(vb/dpa). - Ende der 250-jährigen Bergbau-Geschichte im Saarland: Die letzten Steinkohlen des Bergwerks Saar sind am Freitag gefördert worden. Der letzte Kohlezug rollte um 11.42 Uhr aus dem Schacht Duhamel in Ensdorf.
„Es ist das Ende einer Ära“, sagte Bergwerksleiter Friedrich Breinig. „Es gibt kaum eine Familie an der Saar, bei der niemand im Bergbau tätig war.“ Der Bergbau habe von Anfang an zum Saarland gehört. Die Saarbergwerke AG wurde 1957 gegründet - im selben Jahr, in dem das Saarland ein eigenes Bundesland wurde.
Bis Mitte 2013 fahren weiterhin Bergleute in den Schacht und verfüllen ihn mit Beton. Danach geht ein Teil von ihnen nach Nordrhein-Westfalen und arbeitet dort weiter im Bergbau, andere bleiben als Vorruheständler im heimischen Saarland.
Knapp 5000 Arbeitnehmer sind vom Ende des Steinkohlebergbaus an der Saar betroffen. Die ersten Bergmänner wurden bereits 2010 nach Nordrhein-Westfalen versetzt: Bislang gingen rund 450, bis Mitte des nächsten Jahres werden es 1350 sein. In Nordrhein-Westfalen wird noch bis 2018 Kohle abgebaut.
Steinkohle wurde im Saarland seit dem Mittelalter gefördert, seit 250 Jahren im industriellen Maßstab. Die Montanindustrie war nach dem Zweiten Weltkrieg der bestimmende Wirtschaftsfaktor, der viele Arbeitskräfte aus anderen Teilen Deutschlands anzog. Seit dem Niedergang der Schwerindustrie verlassen viele, vor allem junge Menschen das kleine Bundesland an der Saar.