Lifestyle Veröffentlicht am 09.01.12 13:47

Riesiger "Sandmotor" soll Küste schützen

Waffe gegen die zerstörerischen Kräfte der See

(afp) - Mehr als 20 Millionen Kubikmeter Sand und eine Fläche mindestens so groß wie 200 Fußballfelder: Diese riesige Sandbank ist künstlich aufgeschüttet - und die neueste Waffe der Niederlande gegen die zerstörerischen Kräfte der See. Die künstliche Halbinsel befindet sich nahe Den Haag. Sie soll beitragen zum Schutz vor Sturmfluten und Erosion - mit Hilfe der Naturkräfte.

O-Ton Leo Linnartz, Umweltschutzorganisation WWF: "Das Meer und der Wind werden den Sand langsam verteilen. Damit wird die große Sandbank im Meer nach und nach verschwinden auf einem Küstenabschnitt von zehn bis 20 Kilometern, und der Sand wird den Strand vergrößern."

Mehr als ein Viertel der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel. Das Land ist bei der Wasserbautechnik ein Weltmarktführer - aus reiner Notwendigkeit. Fast sechs Monate lang haben Schiffe und Bagger Tonnen von Sand an der Küste aufgeschüttet. An manchen Stellen ist die Sandbank sieben Meter hoch. Küstenschutz in dieser Art und Dimension gab es bislang nicht. Die Idee dazu hatten niederländische Experten. "Sandmotor" wird das Projekt genannt - er läuft schon auf vollen Touren.

O-Ton Nico Bootsma, Projektkoordinator: "Am Ende des 'Sandmotors' können Sie sehen, dass der Sand schon die Küste erreicht hat. Das haben nicht wir gemacht, sondern die Natur. Wir gehen davon aus, dass sechzig Prozent des Sands nach Norden gelangt und vierzig Prozent nach Süden."

Langfristiges Projekt

Über einen Zeitraum von fünfzehn bis zwanzig Jahren sollen Wellen, Wind und Strömung den Sand über Küste verteilen und damit Schutz vor dem gefräßigen Meer bieten. Wenn alles nach Plan läuft, nimmt die Umwelt dabei keinen Schaden.

Auch andere Länder interessieren sich für den "Sandmotor". Wenn er sich als Erfolg erweist, könnten weltweit ähnliche Projekte entstehen - angetrieben durch Klimawandel und steigende Meeresspiegel.