Sport Veröffentlicht am 10.08.12 15:34

Pariser Dream Team startet Titeljagd

Auftakt der französischen Ligue 1 am Wochenende

Zlatan Ibrahimovic und Paris Saint Germain sind zum Siegen verdammt.
Foto: Christophe Karaba

(dpa) - Eiffelturm, Champs-Elysées und Arc de Triomphe bekommen von diesem Wochenende an als Pariser Haupt-Attraktionen Konkurrenz. Das von Ölscheichs aus Katar frischgekaufte Fußball-Starensemble von Paris SG startet seine Tor- und Titeljagd.

Zum Auftakt der Ligue 1 treffen die schon als Galaktischen und Dream Team getauften Kicker um Schwedens Stürmer im Prinzenpark-Stadion auf den FC Lorient. Nachdem im Sommer über 140 Millionen Euro für Verstärkungen ausgegeben wurden, sind die Erwartungen nicht nur bei Fans und Medien riesig.

„Unser Ziel ist es, schon kurzfristig wichtige Titel zu gewinnen, auch die Champions League“, tönte der vom SSC Neapel geholte argentinische Flügelflitzer Ezequiel Lavezzi im Interview des Sportblatts „L'Équipe“. „Die Champions League können wir packen“, beteuerten diese Woche auch der brasilianische Sportdirektor Leonardo und sein Landsmann, der brasilianische Abwehrrecke Alex.

Dass die Schützlinge von Trainer Carlo Ancelotti in der Liga nach 18-jähriger Durststrecke ihren dritten Titel holen werden, erwarten fast alle. „Die Frage ist nur, wer Zweiter wird und an welchem Spieltag Paris gekrönt wird“, schrieb „L'Équipe“. 85 Prozent der von der Zeitung befragten Spieler, Trainer und Präsidenten der Ligue 1 sagen PSG als Meister voraus.

Zum Siegen verdammt

„Dieses Team macht Angst“, sagt auch der frühere Bayern-Stürmer Jean-Pierre Papin. Er meint nicht nur Neueinkäufe wie Ibrahimovic (21 Millionen Euro), Lavezzi (26), Thiago Silva (42) und das brasilianische Top-Talent Lucas Moura (43), das aber erst im Januar an die Seine zieht. Im Kader zeichnen sich zudem andere - vor einem Jahr geholte - ausländische Leistungsträger wie Thiago Motta, Diego Lugano und Javier Pastore sowie viele französische Nationalspieler aus.

Mit einem Etat von 200 Millionen Euro - 140 mehr als Meister  Montpellier HSC - ist PSG zum Siegen verdammt. Das kann schiefgehen. „Ein zweiter Liga-Platz wie im Vorjahr wird diesmal nicht einfach eine Enttäuschung, sondern ein dröhnendes Scheitern sein“, warnt das Blatt „Le Figaro“. Viele in Frankreich hoffen, dass PSG der Ligue dazu verhilft, die Lücke zu den Supermächten Deutschland, Spanien, England und Italien in Sachen Einnahmen und Zuschauerzahlen zu schließen. Doch auch ein Scheitern der Pariser würde nicht wenige erfreuen.

Im In- und Ausland wird bereits heftige Kritik an der Scheckheft-Politik von PSG laut. Der Fußball sei verrückt geworden, nur die Uefa könne das stoppen, klagte diese Woche Manchester Uniteds Coach Alex Ferguson. Dass Ibra mit einem Netto-Jahresgehalt von 14 Millionen Euro in eine Kategorie mit Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo aufsteigt, ärgert sogar Staatspräsident François Hollande. Da könne es in Zukunft Beschränkungen geben, warnte er.

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