(aa) - Der Staatsfonds von Katar will dieses Jahr wieder auf große Einkaufstour gehen. Hussein al-Abdullah, der stellvertretende Vorsitzende der Qatar Holding, sagte Ende April in Doha, für 2012 seien Investitionen im Ausland in Höhe von mehr als 30 Milliarden US-Dollar (rund 22,7 Mrd. Euro) geplant.
In Luxemburg sind die Kataris bereits aktiv. So hatten beispielsweise die Bankgruppe Dexia, Precision Capital aus dem Katar und das Großherzogtum Luxemburg am 5. April die Verträge für eine Übernahme von 99,9 Prozent der Anteile der Banque Internationale à Luxembourg unterschrieben. Die Investorengruppe aus dem Katar: 90 Prozent der Anteile. Das Großherzogtum ist mit zehn Prozent beteiligt. Auch über die KBL und die Cargolux haben die Öl-Dollars aus dem Emirat das Großherzogtum erreicht.
In der Frühjahrsumfrage 2012 hat das Institut TNS-Ilres im Auftrag von RTL und dem Luxemburger Wort nachgefragt, was die Bevölkerung über diese Engagements denkt. Nur 34 Prozent halten es für "eine gute Sache". 57 Prozent dagegen für eine "schlechte Sache". Die Skepsis überwiegt also deutlich, wobei auch eine ziemlich große Unsicherheit hinter den Ergebnissen stecken könnten, denn nur zwei Prozent stehen den Katar-Investitionen sehr positiv, und elf Prozent ganz negativ gegenüber. Die breite Masse der Befragten zeigte sich recht zögerlich und antwortete mit "eher gut" bzw. "eher schlecht".