(asc) - Großherzog Jean ist am Montagabend im Rahmen einer Feierstunde im naturhistorischen Museum in Luxemburg-Grund mit dem Preis „Hëllef fir d'Natur 2009“ ausgezeichnet worden. Der ehemalige Landesfürst, der bekanntlich leidenschaftlich gerne Hecken anpflanzt, erhielt den Preis für seinen langjährigen Einsatz zugunsten der Naturerhaltung. Eine Anerkennung erhielten zudem die Naturverwaltung und zehn luxemburgische Gemeinden für das Projekt „Naturbësch“.
Der Direktor des Naturmuseums, Georges Bechet, erinnerte in seiner Begrüßung an den ersten Besuch von Großherzog Jean in den 1980er Jahren im damals neu eröffneten Naturmuseum. Deshalb sei es ihm jetzt eine besondere Freude, ihn nun zu einem solch besonderen Anlass im Museum im hauptstädtischen Stadtviertel Grund begrüßen zu dürfen. Das Naturmuseum habe per Gesetz die Aufgabe erhalten, das Naturerbe zu dokumentieren und dessen Vielfalt in Ausstellungen dem Publikum näher zu bringen. Dies sei auch der Sinn und Zweck des Naturschutzpreises der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“.
Alsdann ging der Präsident der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“, Frantz Charles Muller, auf das breitgefächerte Naturwissen von Großherzog Jean ein und passierte anhand von historischem Bildmaterial einige der vielen Baum- und Heckenpflanzaktionen Revue, an denen der Großherzog bisher teilgenommen hat. Muller dankte dem ehemaligen Landesfürsten auch für dessen Unterstützung im Bereich des Umweltschutzes, bevor er zusammen mit Kulturministerin Octavie Modert und dem delegierten Nachhaltigkeitsminister Marco Schank Großherzog Jean, der zudem seit 1997 Schirmherr des nationalen Tages des Baumes ist, offiziell den „Präis Hëllef fir d'Natur 2009“ – eine mittelgroße Eulen-Skulptur des luxemburgischen Bildhauers Jean-Pierre Georg (1926-2004) – überreichte. Doch nicht nur Großherzog Jean wurde gestern Abend geehrt: Einen Anerkennungspreis erhielt das Projekt „Naturbësch“ der Naturverwaltung, das in Zusammenarbeit mit bisher zehn Gemeinden verwirklicht wird.
Für seine Verwaltung nahm Direktor Jean-Jacques Erasmy den Anerkennungspreis entgegen. Mit diesem Projekt habe die Naturverwaltung zu Beginn Neuland betreten. Denn bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Naturwäldern stehe der ökologische Aspekt im Vordergrund, so Erasmy. Bis dato sind rund 1 500 Hektar des luxemburgischen Waldbestands als Naturwälder ausgewiesen. Den Anerkennungspreis erhielten die Gemeinden Bartringen, Befort, Bettemburg, Leudelingen, Manternach, Mertert, Mompach, Schengen, Wellenstein und Berdorf. Marc Wagner, Abteilungsleiter der Forstverwaltung, erläuterte kurz das Projekt „Naturbësch“.
Wie von Frantz Charles Muller vorgeschlagen, versprach Kulturministerin Octavie Modert alsdann, sie werde sich für die Aufnahme des Müllerthals in die Unesco-Liste der schützenswerten Naturgüter einsetzen. Demnächst werde diesbezüglich das entsprechende Dossiers erarbeitet. Der delegierte Minister für Nachhaltigkeit, Marco Schank, wies auf den hohen Stellenwert des Naturschutzes in der Gesellschaft hin. Dies sei zweifelsohne auch dem Einsatz von Großherzog Jean zu verdanken. Der Preis ist mit 5 000 Euro dotiert und wird seit 1985 alljährlich von der Stiftung „Hëllef fir d'Natur“ vergeben. Das Preisgeld wird auf Wunsch des Großherzogs dem Naturschutz zugute kommen.
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