Museum + Ausstellung + Kunst = Langeweile. So denkt der Großteil der Jugendlichen. Und ein Museum für Moderne Kunst ist überhaupt Synonym für Irrenhaus. Wenn man ein ebensolches Museum wie das „Casino“ in der Hauptstadt betritt, tendiert man einen Augenblick lang zu dem Museumsklischee: eine rückwärtstickende Uhr, eine durchbrochene Mauer, Graffiti auf den Fensterscheiben, das alles scheint unverständlich. Plötzlich hört man Kinder lachen und Jugendliche scherzen. Da verliert man dann restlos den Durchblick.
Diese Jugendlichen sind nicht, wie man annehmen könnte, zufällig dort gelandet, sondern sie nehmen am Kunstatelier „Casino Royale“ teil. Schon wieder so ein komischer Name, der sich aber einfach erklären lässt. Es handelt sich um einen Filmworkshop mit dem Filmemacher Adolf El Assal, der sowohl in Luxemburg als auch im Ausland arbeitet.
Im Rahmen der und in Bezug zur aktuellen Ausstellung „Casino Incaos – Baroque Courteoisie“ des Künstlers Bruno Peinado erklärt „Ady“ (wie Adolf El Assal auch noch genannt wird) seinen jugendlichen Nacheiferern an vier Nachmittagen die Grundlagen des Filmdrehs.
Natürlich dürfen die zukünftigen Hollywood-Regisseure selbst einen Kurzfilm drehen, der auf der Foire de l'étudiant im November ausgestrahlt wird. Parallell dazu laufen Ateliers für Kinder, die ebenfalls die laufende Ausstellung thematisieren.
Hierbei werden aber keine trockenen Lesungen gehalten, sondern jedes Kind sagt ganz einfach, was es denkt und fühlt, wenn es durch die Ausstellung spaziert. Auf die eigenen Empfindungen und Ideen basierend dürfen die Sprösslinge dann selber losbasteln, wenn sie auch nicht immer klassisch „herumschnipseln“, sondern auch mal experimentelle oder außergewöhnlichere Ideen verwirklichen dürfen.
Dabei sind solche Ateliers nichts Ungewöhnliches. Das Casino bemüht sich schon seit jeher, auch die jüngeren Jahrgänge für Kunst zu interessieren und zu ermutigen, Hilfe für das Verstehen von Kunst zu geben und eine Plattform für in diese Richtung strebende junge Menschen zu bieten. In den Schulferien werden regelmäßig Ateliers angeboten, die Kinderateliers für die künstlerisch Inspirierten im zarten Alter von sechs bis zwölf werden sogar jeden Samstagnachmittag abgehalten.
Die Workshops für Jugendliche zwischen zwölf und siebzehn Jahren spielen sich generell in den Ferien ab. Sie drehen sich meistens um neue Medien, mit anderen Worten darf die junge Generation auch mal mit Film, Fotografie oder Ton jonglieren. Der Kontakt mit den professionellen Künstlern, das eigene Mitwirken und die Zufriedenheit, etwas geschaffen zu haben, sind nicht die einzigen Vorteile der Ateliers: Alles, was die Jugendlichen in den Ateliers herstellen, wird auf der Internetseite www.flash007.lu online gestellt. Aktiv werden also.
Kunst lebendig werden lassen und sich damit auseinandersetzen, anstatt sich mit auf Durchzug gestellten Ohren durch die x-ten Ausstellungsräume zu quälen. Kunst eben mal anders angehen ... www.casino-luxembourg.lu
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