Lëtzebuerg Veröffentlicht am 11.11.10 09:02

Mobbing-Vorwürfe gegen Ceps-Instead

Hoher Arbeitsdruck und zwei Selbstmordversuche / Direktor weist Vorwürfe zurück

Ein Mitarbeiter des Ceps-Instead-Instituts in Differdingen geht mit seinen Mobbing-Vorwürfen an die Öffentlichkeit.
Nathalie Rovati

(jw) - Ein Mitarbeiter des Luxemburger Meinungsforschungsinstituts Ceps-Instead erhebt schwere Mobbing-Vorwürfe gegen die Direktion der öffentliche Einrichtung. Viele Kollegen seien einem hohen Druck ausgesetzt und es hätte schon zwei Selbstmordversuche gegeben, schreibt die Tageszeitung “Le Quotidien” am Donnerstag.

Die Liste der Anschuldigungen ist lang. Auf einer im Juni von der Personaldelegation durchgeführten Umfrage hatten 35 Prozent der Mitarbeiter angegeben, bei Ceps-Instead bereits Opfer von verbaler Gewalt oder von Willkür gewesen zu sein. Es soll sich als nicht um Einzelfälle handeln und viele Kollegen wären einem ähnlich hohen Druck ausgesetzt. Bislang wagte niemand den Schritt an die Öffentlichkeit.

Im März diesen Jahres hatte ein ehemaliger Forschungsassistent einen Selbstmordversuch unternommen. Er gab an, dass er sich über vier Jahre grundloser Kritik ausgesetzt fühlte und seine Arbeitsergebnisse sogar gefälscht wurden. Auch eine Mitarbeiterin, die zwischen 2005 und 2009 bei dem Institut arbeitete, versuchte sich das Leben zu nehmen. “Man hat mich derart mit Arbeit überhäuft, dass ich depressiv wurde. Als ich nach der Krankheit wieder zurückkam, erklärte man mir, dass dies nicht mehr mein Arbeitsplatz sei”, sagte die Frau der französischsprachigen Tageszeitung. Sie wurde zurückgestuft und aufs Abstellgleis gestellt, heißt es dort weiter.

Direktor weist Anschuldigungen zurück

Im “Quotidien” weist Pierre Hausmann, Direktor von Ceps-Instead, die Beschuldigungen von sich. “Einige Personen könnten einen Selbstmordversuch ebenso gut aus privaten Motiven durchführen und nachher berufliche Gründe angeben. Da habe ich meine Zweifel”, sagte er. Seiner Meinung nach seien viele dieser Anschuldigungen übertrieben. Er sprach von lediglich zwei problematischen Fällen in den letzten drei Jahren, bei denen man sich “im Ton vergriffen” habe. Der Direktor schließt nicht aus, dass einige Personen dem Ceps-Instead-Institut Schaden in Form von “negativen Schlagzeilen” zufügen wollen.

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