Lëtzebuerg Veröffentlicht am 02.02.12 14:55

Mit Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft

Für die volle Rente müssen Arbeitnehmer drei Jahre länger arbeiten

Die Rente ist zwar sicher, doch vor allem jüngere Versicherte werden länger arbeiten müssen.
Foto: Serge Waldbillig

(jm/vb) - Sozialminister Mars Di Bartolomeo stellte am Donnerstag den Gesetzesentwurf zur Rentenreform vor, die "eines der besten Rentensysteme der Welt" für die Zukunft absichern sollen. Die Reform sieht unter anderem vor, dass diejenigen Arbeitnehmer, die in Zukunft volle Rentenbezüge beziehen wollen, bis zu drei Jahre länger arbeiten müssen. Damit soll der gestiegenen Lebenserwartung Rechnung getragen werden: "Wer etwas (das heißt die Rente) länger bekommt, wird eine Gegenleistung liefern müssen, sonst können wir das Rentensystem nicht länger aufrechterhalten", sagte Di Bartolomeo.

Für den Minister stellt die geplante Reform "eine gute Mischung" aus zusätzlichen Einnahmen (die Beiträge sollen im Bedarfsfall angehoben werden können), verbunden mit einer ausgeglichenen Belastung der aktiven Bevölkerung und der Rentner dar. Auch wies er die Vorwürfe seiner Kritiker zurück, seine Pläne würden auf zu optimistischen Wirtschaftswachstumsdaten (im Durchschnitt drei Prozent bis 2030) aufbauen: "Die Reform verschafft uns die notwendige Handhabe, um im Bedarfsfall vorzeitig die Hebel umzulegen." Der Minister will jedenfalls versuchen, sein Vorhaben "mit Fingerspitzengefühl und Überzeugungskraft" durchzusetzen.

Geteiltes Echo in der Opposition

Am Donnerstagmorgen traf die Reform des Rentensystems bei der Opposition auf Kritik. Nach einer Sitzung der zuständigen parlamentarischen Kommission sagte zum Beispiel Félix Braz (Déi Gréng), auf Jahre hinweg werde das System mehr Geld ausgeben als es einnehme. Serge Urbany (Déi Lénk) bemängelte, es werde zu Leistungsverschlechterungen kommen. Die DP kann zwar mit den Änderungen leben, für sie ist die Reform allerdings nicht wirkungsvoll genug, sagte Carlo Wagner.

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