(jm) - „Die Regierung möchte Herrn Mittal zu verstehen geben, dass ihr die Stahlindustrie am Herzen liegt.“ Mit diesem Satz begründete Premierminister Jean-Claude Juncker am Freitag den Beschluss des Ministerrats, Wirtschaftsminister Jeannot Krecké als Vertreter der Regierung in den Verwaltungsrat des größten Stahlkonzerns der Welt zu entsenden.
Dass ein amtierendes Regierungsmitglied in einem Aufsichtsrat vertreten ist, ist ein einmaliger Vorgang und deutet auf ein wachsendes Misstrauen zwischen dem Staat als zweitgrößtem Einzelaktionär und dem Hauptanteilseigner Lakshmi Mittal hin.
Zwar seien von der Geschäftsführung unmittelbar keine tiefgreifenden Einschnitte zu befürchten. Jedoch wolle die Regierung für den Fall der Fälle gewappnet sein und bei Bedarf schnell reagieren können, erläuterte der Premier den Regierungsbeschluss. Eine Unterredung mit den Gewerkschaftsvertretern ist in den kommenden Wochen geplant.