International Veröffentlicht am 28.06.12 15:38

Mächtiger Hells Angels-Club in Hannover löst sich auf

Lederweste des Präsidenten der hannoverschen Hells Angels: Die Rockergruppe in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat sich aufgelöst. 
Foto: Jochen Lübke

 (dpa/ta) - Nach einer bundesweiten Serie von Razzien und einem diskutierten Verbot von Rockergruppen haben die Hells Angels ihren deutschlandweit tonangebenden Ortsclub in Hannover aufgelöst.

Angesichts des wachsenden Drucks hatten sich in den vergangenen Wochen bereits Hells Angels-Clubs in Berlin, Potsdam und Bremen aufgelöst, andere waren zuvor verboten worden. Das Gründen von Nachfolgeorganisationen aber schließt die Polizei nicht aus. In einem taktischen Zug könnten die Rocker in Hannover einem Vereinsverbot zuvorgekommen sein, um dessen Vermögen zu retten, hieß es.

Es steht zu befürchten, dass manche ehemaligen Mitglieder in den Untergrund gehen, um dort neue Strukturen aufzubauen“, erklärte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. „Das Geschäft mit Drogen, Waffen und Prostitution ist für viele Rocker immer noch zu lukrativ, als dass sie es von heute auf morgen aufgeben.“

Rocker werden keinen Häkleclub eröffnen

Vorsichtig sollte man jedoch weiter mit dem Verbot von Rockerclubs umgehen. „Die Typen werden nämlich eher dazu neigen, weiterhin ihren kriminellen Geschäften nachzugehen als einen Häkelclub zu gründen.“ Eher müsse die Szene mit weiteren Razzien und harten Strafen abgeschreckt werden.

Der von der Polizei als „überraschend“ bezeichneten Auflösung war vor gut einem Monat eine spektakuläre, aber zunächst ergebnislose Razzia bei Hanebuth vorangegangen.