Lëtzebuerg Veröffentlicht am 14.07.09 14:57

Luxemburg warnt schon seit Jahren vor den Gefahren

Das Luxemburger Gesundheitsamt warnt bereits seit Jahren vor einem Verzehr von in der Mosel gefangenen Fischen.
Jeroen van der Hoef

(hay) - Vor gut zwei Monaten hat Frankreich den Verzehr von in der Mosel gefangenen Fischen wegen der hohen Schadstoffbelastung untersagt. In Luxemburg und Deutschland wiederum dürfen Hecht, Karpfen oder auch Zander aus der Mosel weiterhin auf dem Teller landen, schließlich gibt es in diesen Ländern kein Verzehrverbot. Es werde lediglich empfohlen, nicht mehr als zwei Mal wöchentlich von diesen Fischen zu essen. Dies schreibt die Onlineausgabe des Trierisches Volksfreunds in dem Artikel „Frankreich verbietet Verzehr von Mosel-Fischen“. Die Information, dass das Luxemburger Gesundheitsamt vom Verzehr von Moselfisch dringend ab rät, ist die Internetzeitung seinen Lesern allerdings schuldig geblieben.

Das Gesundheitsamt gab bereits vor sechs Jahren, also am 22. Juli 2003, in einer Pressemitteilung bekannt, dass Fische aus der Mosel ungenießbar seien. Wie entsprechende Messungen aus den Jahren 2003 nämlich ergaben, waren sie mit der krebsauslösenden chemischen Chlorverbindungen PCB (Polychlorobipheniyl) kontaminiert. Auf Basis dieser Ergebnisse arbeitete das Amt dann eine Verzehr-Empfehlung aus, die nach wie vor gültig ist. Und darin steht nun mal, Fische aus der Mosel besser gar nicht, Fische aus den übrigen Gewässern Luxemburgs maximal ein Mal pro Monat zu essen. Dies erklärte Patrick Hau vom "Service de la Sécurité Alimentaire" des Gesundheitsamtes auf Nachfrage von wort.lu.

Regelmäßige Messungen

Darüber hinaus werde die Belastung der Mosel und der übrigen luxemburgischen Gewässer permanent beobachtet. Bereits Ende dieses oder Anfang nächstes Jahr wird in Luxemburg eine neue Untersuchung durchgeführt. „Mit veränderten, sprich erhöhten oder gesunkenen PCB-Werten rechnen wir aber nicht. PCB ist ein diffuser Schadstoff, der – wenn überhaupt – nur langwierig erkennbar ist“, sagte Max Lauff vom Fischerei-Service der Wasserwirtschaftsabteilung.

Übrigens: Der präfektorale Erlass Frankreichs wurde als eine Art Vorsorgemaßnahme Ende April bestimmt, nachdem eben bei jüngsten Untersuchungen PCB-kontaminierte Fische entdeckt wurden. Derzeit werden weitere Messungen durchgeführt, deren Ergebnisse im Januar 2010 erwartet werden. Die Luxemburger und Deutschen Behörden wurden über dieses Geschehen und dessen weiteren Verlauf in Form einer Mitteilung von der „Internationalen Kommission zum Schutze der Mosel und der Saar“ und im Rahmen einer Sondersitzung Ende Juni unterrichtet.

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