Business Veröffentlicht am 01.01.01 01:01

Lufthansa sagt Ja, braucht aber Zeit

Deutsches Unternehmen erhöht Beteiligung an der Luxemburger Fluggesellschaft auf 20 Prozent.

Die Lufthansa spielt künftig eine noch größere Rolle bei der Luxair.
Fern Morbach

(FeMo) - Bereits Anfang März haben sich die Lufthansa und der Luxemburger Staat grundsätzlich darauf geeinigt: Das deutsche Unternehmen wird in den kommenden Monaten seinen Anteil an der Luxair von 13 auf 20 Prozent erhöhen. Das teilte Transportminister Lucien Lux am Dienstagnachmittag in der Abgeordnetenkammer mit.

Allerdings haben die Wirtschaftskrise, die Turbulenzen im Luftfahrtgeschäft und auch Sozialkonflikte bei der Lufthansa zu einer Verzögerung bei der Umsetzung geführt. Konkrete Angaben über einen Zeitplan machte der Transportminister am Dienstag nicht. Die Umsetzung werde aber "in ruhigeren Zeiten" erfolgen.

Keine konkreten Angaben machte Lux auch zum Preis. Der Staat wolle auf jeden Fall nicht weniger haben, als er selbst für das von der früheren Fortis übernommene Aktienpaket hatte zahlen müssen. Lux machte aber auch klar, dass der Anteil des Luxemburger Staates und der Sparkasse an der Luxair auf jeden Fall unter 50 Prozent sinken soll.

Via die Luxair den Fuchs in den Hühnerstall geholt?

Der Transportminister verteidigte die Lufthansa-Entscheidung unter anderem mit dem Hinweis, es sei wichtig gewesen, einen stabilen "industriellen Partner" zu finden, der über Know How verfüge, mit dem Synergien eingegangen werden könnten und mit dem eine enge Zusammenarbeit möglich sei. Damit begründete er auch das Nein zu einem möglichen "finanziellen", auf Rendite und Dividenden bedachten Partner.

In der Abgeordnetenkammer hatten sich mehrere Volksvertreter kritisch zur Lufthansa geäußert. Sie befürchten vor allem einen Interessenkonflikt zwischen der Luxair, der Cargolux und der Lufthansa, die im Frachtbereich zu den größten Konkurrenten der Cargolux gehört. "Holen wir hier nicht über die Luxair den Fuchs in den Hühnerstall?" wollte etwa der Grüne Felix Braz wissen. Lux zerstreute diese Bedenken - auch jetzt sei die Cargolux ja schon an der Luxair beteiligt.

Lux lobt Luxair

Im Parlament brach Lux ein weiteres Mal eine Lanze für die Luxemburger Luftfahrtgesellschaften. Die Luxair sei eine Referenzgesellschaft in der Region, sie setze auf Qualität, betreibe eine vernünftige Rücklagen- und Dividendenpolitik und sei unter dem Strich eine "extrem gesunde Gesellschaft". Obendrein sei nicht nur die Zahl der Passagiere, sondern auch die Zahl der angeflogenen Ziele angestiegen.

Damit reagierte der Minister auf einen Vorstoß des CSV-Abgeordneten Marc Spautz. Der hatte gemeint, der Flughafen Luxemburg müsse mit mehr Städten "verbunden sein als es heute der Fall ist." Die Diskussion über die künftige strategische Ausrichtung der Fluggesellschaft war vom DP-Abgeordneten Meisch beantragt worden.