Sport Veröffentlicht am 28.01.12 17:37

Lindsay Vonn "Extraklasse" - Didier Cuche wieder Spitze

Amerikanerin Vonn gewann ihr achtes Rennen dieser Saison

Maria Höfl-Riesch (v.l.), Lindsey Vonn und Tina Weirather bei der Siegerehrung.
Foto: dpa

(dpa) - Für die Deutsche Maria Höfl-Riesch bleibt diese Weltcup-Saison ein rasantes Auf und Ab der Gefühle. Einen Tag nach dem enttäuschenden 21. Platz in der Super-Kombination jubelte die Doppel-Olympiasiegerin am Samstag erleichtert über ihr fünftes Podium des Winters. Als Zweite der Abfahrt von St. Moritz schloss sie ihre erneut siegreiche Rivalin Lindsey Vonn in die Arme. „Eine Podestplatzierung ist immer ein Erfolgserlebnis“, frohlockte die 27 Jahre alte Partenkirchenerin, „gerade weil es gestern nicht so gut gelaufen ist, tut das natürlich gut, gleich am nächsten Tag ein gutes Ergebnis zu schaffen.“

Gegen ihre Freundin aus den USA kann aber auch Höfl-Riesch derzeit nichts ausrichten. Mit komfortablen 1,42 Sekunden gewann Vonn ihr achtes Rennen dieser Saison und schob sich mit dem 24. Abfahrtserfolg gleichauf mit Renate Götschl aus Österreich auf den zweiten Rang der ewigen Bestenliste. Dritte wurde am Samstag Tina Weirather (Liechtenstein).

Zu schnell für die Konkurrenz

1,42 Sekunden Rückstand bedeuteten in der Schweiz Platz zwei. In Garmisch-Partenkirchen hätte das auf der wegen Nebels verkürzten Kandahar-Abfahrt nicht einmal für Punkte gereicht. Wie vor einer Woche in Kitzbühel war Didier Cuche zu schnell für die Konkurrenz. Er siegte vor Weltmeister Erik Guay (Kanada) und Hannes Reichelt (Österreich).

Ausgiebig wurde der 37 Jahre alte Cuche zum zweiten Sieg nach seiner Rücktrittsankündigung zum Saisonende befragt, da blickte er nach Startnummer 45 aber doch noch einmal auf die Videowand. Denn oben stand der Amerikaner Bode Miller, den die Jury zu den hinteren Startern verbannt hatte. Der Kombinations-Olympiasieger war zu spät zur öffentlichen Startnummernauslosung erschienen und wurde regelkonform strafversetzt. „Ich bin mit Bode vorher in der Gondel hochgefahren, da hat er es mir erzählt. Er ist wohl zwei Minuten zu spät gekommen. Es gibt die Regel; ist halt so“, schilderte der deutsche Abfahrer Stephan Keppler. Miller selbst fuhr sichtlich angefressen als 35. ins Ziel und entschwand wortlos.

Keppler sorgt für Diskussionen

Keppler, der nach seinem Sturz vor einem Jahr in Wengen nicht bei der Heim-WM in Garmisch starten konnte, war bei seinem wagemutigen Angriff auf Cuchs Bestzeit zu Fall gekommen. Bester Deutscher war Andreas Sander auf dem 21. Rang, seinem zweitbesten Abfahrtsresultat. „Ich bin mit dem Ergebnis und der Fahrt auf jeden Fall zufrieden“, sagte der Ennepetaler.

Dagegen sorgte die waghalsige Linie Kepplers für Diskussionen vor den ARD-Kameras. „Die Linie war exklusiv. Es ist leichtsinnig, da so zu fahren“, befand TV-Experte Markus Wasmeier. Keppler verteidigte die Linienwahl damit, dass er eben riskieren müsse, um nach vorne zu fahren. Zum Glück blieb er unverletzt.

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