Sport Veröffentlicht am 24.06.12 14:49

Laurent Didier siegt bei Rad-Straßenmeisterschaften

Laurent Didier konnte sich bei miesem, regnerischem Wetter durchsetzen.
Foto: Fernand Konnen

Von Yves Rauen

Zum ersten Mal in seiner Karriere als Berufsfahrer gelang es Laurent Didier (RadioShack-Nissan-Trek) die Landesmeisterschaften zu seinen Gunsten zu entscheiden und somit das zu erreichen, was seinem Großvater Bim Diederich in dessen ganzen Karriere nie gelingen sollte.

Fränk Schleck nutzte am Sonntag die vom LC Tetingen organisierten Meisterschaften, um sich bei seinem treuen Teamgefährten für dessen Aufopferungen während der gesamten Saison zu bedanken und ihm zum Titel zu verhelfen. Ben Gastauer (Ag2r-La Mondiale) versuchte es mit einem frühen Ausreißversuch, musste sich am Ende aber mit dem zweiten Rang zufrieden geben.

Zu den ersten Angreifern des Tages gehörte der Kayler Claude Wolter, der sich bereits in der ersten Schleife vom Feld lösen konnte. Sein Vorstoß dauerte jedoch lediglich zwei Runden, ehe das Feld den Kayler Fahrer wieder schluckte. In der Folge nahmen RadioShack-Nissan-Trek und Leopard-Trek das Rennen in die Hand. In der dritten Runde forcierte Alex Kirsch – auf Anweisung von Fränk Schleck – ein erstes Mal das Tempo im Langengrund, was eine erste Selektion zur Folge hatte.

Drucker scheidet nach Sturz aus

Neben Schleck, Didier und Kirsch figurierten u. a. Gastauer, Jempy Drucker (Accent Jobs-Willems Veranda's), Pit Schlechter, Kirsch, Bob Jungels (alle Leopard-Trek), Tom Thill (CCI Differdingen) sowie Massimo Morabito (UC Dippach), Ralph Diseviscourt, Benn Würth (beide Kayl) und Christian Helmig (Elbowz Racing) unter den Ausreißern.

Auf der regennassen Straße ereignete sich anschließend in der Abfahrt nach Kayl ein schwerer Sturz, bei dem neben Drucker ebenfalls Würth und Diseviscourt zu Boden gingen. Während Diseviscourt das Rennen wieder aufnehmen konnte, aber ins Hauptfeld zurückfiel, gab Drucker wegen eines Materialschadens auf. Schwerer verletzt wurde Würth, der ins diensttuende Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Währenddessen harmonisierten die Spitzenreiter gut zusammen und bauten ihren Vorsprung von Runde zu Runde weiter aus. In der siebten der neun zu fahrenden Schleifen nahm sich Gastauer ein Herz und konterte einen Angriff von F. Schleck, um sich alleine an die Spitze zu setzen. Durch diese Tempoverschärfung mussten Morabito und Thill abreißen lassen, derweil die restlichen Verfolger ihren Rückstand kontrollierten und im Bereich von 15" halten konnten.

Eine Runde später wurde Gastauer jedoch wieder geschluckt. In der Folge wollten die drei verbliebenen Espoirs und Helmig nicht mehr in das Rennen der Profis eingreifen und ließen diese davonziehen. Hier hagelte es weiterhin Attacken, bis es in der Schlussrunde Didier gelang, sich von seinen Begleitern abzusetzen.

Zwei glückliche, ein etwas besinnlicher Sieger

Die drei Leopard-Trek-Fahrer entschieden sich intern dazu, den Titel Kirsch zu überlassen. Nachdem Helmig zeitgleich seinen Titel bei der Elite ohne Kontrakt erfolgreich verteidigt hatte, dauert es eine Weile bis die nächsten Konkurrenten dieser Wertung das Ziel erreichten. Schließlich setzte sich Tom Flammang (LG Bartringen) mit seiner höheren Endschnelligkeit gegenüber Evergreen Pascal Triebel (LC Tetingen) sowie dem gestürzten Diseviscourt durch.

Didier zeigte sich sehr erfreut über diesen Titelgewinn: „Ich bin überglücklich. Durch unsere hervorragende Mannschaftsleistung gelang es uns den Titel im Team zu halten. Die Strecke war schwerer als viele es im Vorfeld behauptet hatten. Zudem sorgte die Nässe und Kälte dafür, dass das Rennen noch härter wurde.“

Auch Kirsch freute sich über seinen ersten Saisonerfolg: „Das ist ein schöner Abschluss der ersten Saisonhälfte. Zudem ist es ein tolles Gefühl, so für seine vorherigen Arbeiten von den Teamgefährten belohnt zu werden.“

Helmig bedauerte hingegen, dass er schon sehr früh ohne Konkurrenz war: „Ich fand es etwas schade, dass Benn (Würth) und Ralph (Diseviscourt) nach ihrem Sturz nicht mehr vorne präsent waren. Somit hatte ich ein relativ einfaches Rennen und musste keinen Angriff fürchten.“

Bei den rutschigen Straßen waren die Fahrbedingungen für die Fahrer wie auf diesem Foto Bob Jungels, Pit Schlechter, Alex Kirsch und Christian Helmig (v. l. n. r.) alles andere als optimal.
Foto: Fernand Konnen

Espoirs und Junioren

Bei den Espoirs sah die Zieleinfahrt folgendermaßen aus: 1. Alex Kirsch (E/Leopard-Trek) 2. Bob Jungels (E/Leopard Trek) und 3. Pit Schlechter (E/Leopard Trek)

Das Rennen der Junioren ging am Sonntagmorgen über 99 Kilometer. Hier konnte Christophe Braun sich gegenüber seinen Konkurrenten durchsetzen. Zweiter wurde David Klein und Dritter Michel Hübsch.

Traditionell werden in den meisten europäischen Ländern sowie bei einigen Nationen außerhalb Europas die nationalen Meister in der Woche vor dem Tour de France Start ermittelt.

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