(vb) - Der Kopenhagener Klimagipfel geht in seine Endphase. Bis Mittwoch wollen Vertreter von rund 190 Staaten die Weichen für ein globales Klimaschutzabkommen stellen. Aus Luxemburger Sicht ist die Konferenz bisher nicht zufriedenstellend verlaufen, sagt Henri Haine vom Umweltministerium.
Haine nimmt für Luxemburg an den Verhandlungen in Kopenhagen teil. Er bezeichnet es im Interview mit Radio DNR als "bedauerlich", wie die Gespräche in der ersten Woche des UN-Klimagipfels verlaufen sind. Mehrere afrikanische Länder hätten die Verhandlungen bis zum Freitag blockiert, zudem ist bei Finanzfragen keine Einigung in Sicht.
"Positiv ist, dass zwei Verhandlungstexte ausgearbeitet wurden. Leider ist in keinem davon die Rede, wie die Entwicklungsländer ihren CO2-Ausstoß reduzieren sollen. Die Industrieländer können das eigentlich nicht akzeptieren", meint Haine. "Nach dem derzeitigen Stand sind die Ergebnisse nicht ganz ausgeglichen."
Seinen Höhepunkt wird der Kopenhagener Gipfel am Ende der Woche erreichen, wenn Staats- und Regierungschefs aus 115 Staaten erwartet werden, darunter auch US-Präsident Barack Obama. Der Luxemburger Klimaexperte aus dem Umweltministerium sieht die Rolle der USA kritisch. "Die USA weigern sich, in internationalen Abkommen eine Verpflichtung zur Reduzierung ihrer Emissionen einzugehen. Als bisher einziger Staatenverbund hat die EU dies versprochen. Das wurde bei den anderen Ländern positiv aufgenommen."
Umstritten zwischen Industriestaaten und Entwicklungs- sowie Schwellenländern sind neben der Verminderung von Treibhausgas- Emissionen vor allem Finanzfragen. Die Industrieländer sind bisher hauptverantwortlich für den bedrohlichen globalen Temperaturanstieg. Dessen Folgen treffen aber die Menschen in den ärmeren Ländern der südlichen Halbkugel viel härter. Die EU hat bisher 7,2 Milliarden Euro als Soforthilfe angeboten.
Dänemarks Ministerpräsident und Gastgeber Lars Løkke Rasmussen erklärte am Sonntag, es sei noch ein „weiter Weg“ bis zu der angestrebten Einigung. Die dänische Präsidentin des Klimagipfels, Connie Hedegaard, führte am Wochenende erste informelle Gespräche mit den Umweltministern. Sie bewertete die Atmosphäre vor dem Endspurt der Konferenz als„ gut und konstruktiv“.