International Veröffentlicht am 23.09.09 10:08

Lange in Schröders Schatten

Steinmeier schaffte seinen Karrieresprung ohne die übliche Ochsentour in der SPD-Hierarchie
AP

(dpa) - Er ist der zehnte Sozialdemokrat in der langen Reihe der Kanzlerkandidaten seit 1949. Nur einer schaffte bislang das Kunststück, einen CDU-Amtsinhaber bei einer Wahl auf Anhieb aus dem Amt zu verdrängen: Gerhard Schröder, in dessen Schatten Frank-Walter Steinmeier (53) lange stand.

Anders als die meisten seiner Vorgänger schaffte Steinmeier seinen Karrieresprung ohne die übliche Ochsentour in der SPD-Hierarchie. Nach Abitur und Wehrdienst studierte der Tischlersohn aus Brakelsiek/Ostwestfalen in Gießen. 1991 trat der promovierte Jurist als Medien-Referent in die Staatskanzlei in Hannover ein. Zwei Jahre später wurde er dort Schröders Büroleiter.

Steinmeier trat als Schüler der SPD bei

Nach dessen Kanzler-Wahl 1998 folgte ihm Steinmeier zunächst als Staatssekretär und dann als Chef des Kanzleramts nach Bonn und Berlin. Meist im Hintergrund entwarf er wichtige Strategie-Entwürfe, darunter die umstrittene Reform-„Agenda 2010“. Im November 2005 wurde er in der großen Koalition Außenminister. Nach dem Rücktritt von Franz Müntefering zwei Jahre später übernahm er auch das Amt des Vizekanzlers.

Steinmeier, der schon als Schüler der SPD beigetreten war, wurde Ende Oktober 2007 auf dem Hamburger Parteitag mit 85,5 Prozent zu einem der drei stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt. Nach dem Rücktritt Kurt Becks als Parteichef vor einem Jahr führte er die SPD kommissarisch.

Am 18. Oktober 2008 wurde der Außenminister mit 95,13 Prozent von seiner Partei offiziell zum Kanzlerkandidaten gekürt. Er kandidiert im Wahlkreis Brandenburg an der Havel erstmals für ein Bundestagsmandat und führt die SPD-Landesliste in Brandenburg an. Steinmeier ist seit 1995 mit der Verwaltungsrichterin Elke Büdenbender verheiratet und hat eine Tochter.

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