International Veröffentlicht am 06.12.09 15:25

Klimagipfel startet: Neue Hoffnung auf Einigung

Trübe Aussichten? Beim Klimagipfel in Kopenhagen geht es nicht zuletzt ums Geld - und um eine neue Machtverteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
AP

(dpa). - Die Welt blickt auf Kopenhagen. Von diesem Montag an sind Regierungsvertreter aus 192 Staaten zwölf Tage lang zur Aushandlung eines weitreichenden Abkommens im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe in der dänischen Hauptstadt versammelt. US-Präsident Barack Obama kündigte an, doch noch persönlich zur entscheidenden Schlussphase der Konferenz am 18. Dezember anzureisen - er weckte damit neue Hoffnungen auf einen Durchbruch. Das Ringen um eine Begrenzung der globalen Erderwärmung gilt als Jahrhundertaufgabe. Hunderte Millionen Menschen wären betroffen, und Städte wie Venedig oder ganze Inselstaaten wie die Malediven drohen in den Fluten zu versinken.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verbreitete Optimismus.„ Wir werden ein historisches Übereinkommen erreichen, das die globale Erwärmung bremst“, sagte der Südkoreaner der dänischen Zeitung„ Berlingske Tidende“. Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, erwartet ein„ starkes Ergebnis als Wendepunkt für die Klimaentwicklung“. De Boer sagte:„ Die Stunde der Entscheidung ist gekommen.“

Als konkrete Ziele für das bis zum 18. Dezember dauernde Treffen nannte er„ schnelle und effektive Wege“ zur Finanzierung klimafreundlicher Technologien sowie„ ehrgeizige Ziele“ bei der Verminderung von CO2-Emissionen und die Bereitstellung langfristiger Finanzen. Außerdem müsse die Kopenhagener Konferenz die„ Vision einer Zukunft mit niedrigen Schadstoffausstößen“ bringen.

USA: Fortschritte hin zu einem Abkommen

Das Weiße Haus in Washington erklärte zu den neuen Reiseplänen Obamas, es gebe Fortschritte hin zu einem Abkommen,„ das alle Themen umfasst, die derzeit verhandelt werden“. Obama habe in den vergangenen Tagen mit mehreren europäischen Spitzenpolitikern telefoniert, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Der US-Präsident gründe seine Zuversicht unter anderem auf China und Indien, die erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt haben.

Ob ein Klimaabkommen die globale Erwärmung wirklich stoppen kann, ist allerdings fraglich. Auch mit den aktuellen Klimaschutzzielen der einzelnen Länder steuert die Welt nach Angaben von Experten auf eine katastrophale Erwärmung um 3,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu.

Daten manipuliert?

Die britische Regierung verurteilte derweil Störfeuer gegen den Klimagipfel. Vor Beginn des Gipfels waren hunderte E-Mails eines renommierten britischen Forschungszentrums an die Öffentlichkeit gelangt. Die Klimaforscher der Universität East Anglia sollen darin Datenmanipulation zugegeben haben, werfen die Klimawandel-Skeptiker ihnen vor. Die Daten bilden eine Grundlage für den Weltklimabericht und damit für Kopenhagen. De Boer verteidigte den Bericht, der auf Daten von 2500 Forschern basiere. Zudem sei dies schon der vierte Weltklimabericht, der in dieselbe Richtung weise.

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