Lëtzebuerg Veröffentlicht am 20.05.09 04:42

Kein Chaos, sondern Aufbruchstimmung

Nach der Grundschule die Lyzeen: Der bildungspolitische Reformeifer der LSAP ist noch nicht am Ende.
Guy Jallay

(jm) - Den Standort Esch/Belval hatten sich die Sozialisten gestern ausgesucht, um Bilanz der Bildungspolitik der laufenden Legislaturperiode zu ziehen und ihre Reformvorschläge in Sachen Schule, Forschung und Entwicklung für die kommenden fünf Jahre vorzustellen.

Dass an der Reform des Schulgesetzes von 1912 kein Weg vorbei geführt habe, stellten die LSAP-Verantwortlichen noch einmal klar. Wobei Ressortministerin Mady Delvaux-Stehres zu verstehen gab, dass sie sich vom Wahlspruch der Liberalen („Nei Weeër stoppen de Bildungschaos“) nicht angesprochen fühle. Dass die Ummodelierung der Schule Ängste hervorrufe, sei verständlich.

Doch statt von Chaos zu sprechen, zieht die Ministerin den Begriff „Aufbruchstimmung“ vor. Denn schließlich sei man sich doch grundsätzlich in der Zielsetzung einig, dass möglichst viele junge Leute ihre Ausbildung mit einem ordentlichen Abschlussdiplom verlassen sollten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es den Sozialisten zufolge daher mit der neu gestalteten Grundschule nicht getan.

Sekundarschule als nächstes Reformobjekt

Als nächstes Reformobjekt hat sich die LSAP die Sekundarschulen vorgenommen. Die verschiedenen Fachsparten (von A bis G) sollen verschwinden und durch Pflicht- und Wahlfächer ergänzt werden mit dem Ziel, den Schülern ein besseres Allgemeinwissen zu verschaffen und sie angemessen auf das Hochschulleben vorzubereiten. Und weil man sich schon auf Esch/Belval befand, setzten die LSAP-Verantwortlichen sich gestern intensiv mit der Zukunft der Uni Luxemburg und der Forschungslandschaft im Allgemeinen auseinander. Denn durch jeden in Bildung, Forschung und Entwicklung investierten Euro entstün-den neue Perspektiven für die Zukunft, bemerkte Jean Asselborn an.

Kein Sozialabbau

Ehe sich der LSAP-Spitzenkandidat mit der Bildungspolitik befasste, kam er nicht umhin, einen Rückblick auf die Großdemonstration vom vergangenen Samstag zu werfen. Jedenfalls fühlen die Sozialisten sich im Einklang mit den Forderungen der Gewerkschaften. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren bewiesen, dass wir keinen Sozialabbau betreiben“, sagte Asselborn. Stattdessen habe man den Sozialstaat durch das Einheitsstatut und eine selektive Vergabe von Sozialleistungen konsequent auf Vordermann gebracht.

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