(vb) – Der ehemalige Gewerkschaftsführer und LSAP-Politiker John Castegnaro ist tot. Wie am Montag bekannt wurde, verstarb Castegnaro im Alter von 67 Jahren nach langer Krankheit.
Castegnaro war während der 1970er und 1980er Jahre eine der wichtigsten Figuren der Gewerkschaftsbewegung und hatte als Vertreter der Arbeitnehmerschaft eine führende Rolle in der Luxemburger Stahlkrise.
Der gebürtige Differdinger kam als Kind eines italienischen Immigranten und einer luxemburgischen Mutter zur Welt. Der Vater, Stahlarbeiter im Differdinger Stahlwerk der Hadir (später Arcelor), kam bei einem Arbeitsunfall ums Leben, als John Castegnaro sieben Jahre alt war. Nach einer Lehre bei der Hadir machte John Castegnaro schnell als Gewerkschafter Karriere und gelangte in die Exekutive der Gewerkschaft LAV ("Lëtzebuerger Arbechterverband"), deren Generalsekretär er 1976 wurde.
Als Antwort auf die Stahlkrise verstärkte Castegnaro seine Bestrebungen, die Luxemburger Gewerkschaften zu einigen. Eine Einheitsgewerkschaft, wie sie Castegnaro vorschwebte, entstand allerdings nie. Stattdessen half er mit, den "Onofhängege Gewerkschaftsbond" zu gründen, dessen Präsident er bereits in jungen Jahren wurde. Als Verhandlungsführer in der Stahlkrise erreichte er Erfolge und trug dazu bei, dass der Arbeitsplatzabbau ohne Kündigungen vonstatten ging.
Auf seine Initiative hin trafen sich Gewerkschaften, Arbeitgeber und Regierung zur ersten Dreier-Verhandlung – ein Gespräch, das später unter dem Namen Tripartite institutionalisiert wurde.
2004 wurde der LSAP-Politiker in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er eine Legislaturperiode sein Mandat wahrnahm. In den vergangenen Jahren verhandelte Castegnaro als Präsident der Sidérurgie asbl mit der Direktion von Arcelor Mittal die Abkommen "Lux 2011" und "Lux 2016".
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