International Veröffentlicht am 15.12.09 09:47

"Jetzt beginnt die zweite Halbzeit"

Umweltminister setzen Verhandlungen fort

(dpa) - Nach zähen Verhandlungen am Montag haben die Umweltminister am Dienstag ihre informellen Gespräche fortgesetzt. Einige hätten die ganze Nacht durchverhandelt, hieß es in Kopenhagen.

Bei den Diskussionen ging es weiterhin über die Klimaziele der Industrieländer und ein besonders umstrittenes Thema: die Finanzierung von Klimamaßnahmen in den Entwicklungsländern.

Nach massiven Protesten der afrikanischen Staaten am Vortag kündigten die Organisatoren der Klimakonferenz am Dienstag an, sie wollten auf die Entwicklungsländer zugehen.

Die dänische Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard sagte im britischen Rundfunksender BBC, die Forderung dieser Gruppe nach Beachtung des Kyoto-Protokolls solle „beachtet“ werden. Die Entwicklungsländer wollen am Kyoto-Protokoll festhalten, weil darin die Industrieländer verbindlich zur Verringerung ihrer Treibhausgase aufgefordert werden.

Die afrikanischen Staaten hatten die Konferenz am Vortag vorübergehend verlassen, um gegen die von Industriestaaten angestrebte Aushandlung eines neuen Vertragssystems für den Klimaschutz zu protestieren, das parallel zum Kyoto-Vertrag läuft. Hedegaard kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Gruppe der afrikanischen Länder sich zunächst mit dem von ihr vorgebrachten Verfahrensvorschlag einverstanden erklärt und dann plötzlich die Gespräche unterbrochen habe.

Das Warten auf illustre Gäste

Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen fängt nach Ansicht der dänischen Umweltministerin Lykke Friis jetzt erst richtig an. Sie sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur: "Jetzt beginnt die zweite Halbzeit."

Am späten Nachmittag sollten die formellen Beratungen der Umweltminister feierlich eröffnet werden. Der britische Premierminister Gordon Brown wurde am Abend erwartet, zwei Tage vor der Anreise der übrigen EU-Staats- und Regierungschefs. Am Rande des Klimagipfels wurden unter anderem Großbritanniens Thronfolger Prinz Charles, Friedensnobelpreisträger Al Gore und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger erwartet.