(san) - Nachdem sich die Luxemburger Fondsindustrie 2010 von den Auswirkungen der Finanzkrise zunächst erholt hatte, musste sie 2011 dafür umso mehr „kämpfen“, um die positiven Resultate aufrechtzuerhalten. So die Bilanz von Marc Saluzzi, Präsident der Luxemburger Investmentfondsvereinigung Alfi am Donnerstag. Das verwaltete Vermögen ist im Vergleich zum Vorjahr von 2 198 Milliarden Euro auf 2 059 Milliarden Euro gesunken.
Mit diesem Resultat liegt Luxemburg weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Die Zahl der im Großherzogtum registrierten Fonds ist indessen um 4,84 Prozent auf 3 833 gestiegen. Luxemburg konnte demnach im vergangenen Jahr, trotz Schulden- und Vertrauenskrise in der Euro-Zone, seine Position als bedeutendster Fondsstandort in Europa verteidigen. „Die Luxemburger Fondsindustrie ist auch 2011, trotz Verlusten an der Börse, gewachsen“, betont Saluzzi. Die Nettofondsumsätze lagen bei rund 17 Milliarden Euro.
Durch die Zunahme bei den Umsätzen und der Fondsanzahl konnte auch das Beschäftigungsniveau in der Fondsindustrie ausgebaut werden. „Insgesamt arbeiten mehr als 13 000 Menschen in der Luxemburger Fondsindustrie“, sagt Saluzzi. Zehn Prozent der vom Staat eingesammelten Steuern stammten aus der Fondsbranche, die der Alfi-Präsident als „treibende Kraft für Wachstum und Stabilität in Luxemburg“ bezeichnet.
Einer Finanztransaktionssteuer in der Euro-Zone erteilt die Alfi eine klare Absage. „Die Steuer soll entweder weltweit oder überhaupt nicht eingeführt werden“, so Saluzzi. Wenn eine solche Steuer nur in der Euro-Zone eingeführt wird, bestehe das Risiko, dass sich das Fondsvermögen von europäischen Fonds deutlich verringert. Investoren könnten ihre Handelsaktivitäten ganz einfach aus Luxemburg nach Singapur oder London verlagern, was „negative Konsequenzen“ für den Luxemburger Standort haben werde, so Saluzzi.
Außerdem bestehe das Risiko, dass die zusätzlichen Kosten, die durch die Steuern anfallen würden, einfach an die Endkunden weitergereicht werden. Nicht nur institutionelle Investoren sondern vor allem Sparer seien von einer solchen Steuer betroffen, da diese ihr Geld nicht einfach außerhalb von Europa anlegen könnten, so Saluzzi.