Lëtzebuerg Veröffentlicht am 28.10.11 15:37

Im Gefängnis wegen einer Ziege

"La Main Tendue" kümmert sich um Jugendliche in Burundi

Großherzogin Maria Teresa erklärt die Bedeutung des Projekts. Neben ihr Maggy Barankitse von der "Maison Shalom".
Foto: Marc Wilwert

(vb) – Großherzogin Maria Teresa ist bekannt für ihr soziales Engagement. Eines ihrer Projekte trägt schon nach zwei Jahren Früchte: Das Programm "La Main Tendue" kümmert sich um Jugendliche in Burundi, die in Konflikt mit dem Gesetz geraten sind.

Als sie 2009 von ihrer Reise nach Burundi zurückkam, spürte die Unesco-Botschafterin deutlich, dass sie etwas für die tun müsse, die alle links liegen lassen: Jugendliche, die oft aus nichtigen Gründen im Gefängnis sitzen und dort sich selbst überlassen sind. "Oft landen Kinder von 12 oder 13 Jahren hinter Gittern, weil sie eine Ziege oder ein Bügeleisen gestohlen haben", erzählt Großherzogin Maria Teresa.

Sie wendete sich an das "Haus Shalom" mit seiner Leiterin Maggy Barankitse, das sich bereits seit fast 20 Jahren um Kriegswaisen kümmert. Daraus entstand das Projekt "La Main Tendue", das von der Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse betrieben wird.

Viele sitzen zu Unrecht im Gefängnis

Das Projekt in Burundi hat seit seiner Gründung vor anderthalb Jahren 108 Jugendlichen, die gerade aus dem Gefängnis kamen, eine Ausbildung ermöglicht. "Sie lernen Berufe, die sie später gebrauchen können: Automechaniker, Maurer, Schreiner", sagt Großherzogin Maria Teresa.

Weil die Justiz in Burundi alles andere als zuverlässig arbeitet, sitzen viele Kinder und Jugendliche zu Unrecht oder mit überzogenen Haftstrafen im Gefängnis. Das Projekt hat einen Juristen verpflichtet, der die Fälle neu aufrollt und die Jugendlichen mit rechtlichen Mitteln aus dem Gefängnis holt. Bisher ist das in 157 Fällen gelungen. Ein weiterer Tätigkeitsbereich sind Kinder, die im Gefängnis auf die Welt kommen, und von Anfang an kaum Chancen im Leben haben.

Projekt wird ausgebaut

An diesem Freitag ist eine Delegation aus der "Maison Shalom" nach Luxemburg gekommen, um eine Foto-Ausstellung aus Burundi zu eröffnen.

Im kommenden Jahr will das Hilfsprojekt die juristische Unterstützung ausbauen und mehr Jugendlichen eine Ausbildung anbieten. Außerdem soll ein Auto angeschafft werden. Dafür ist das Projekt auf Spenden aus der Luxemburger Bevölkerung angewiesen.

Großherzogin Maria Teresa erklärte, sie sei erfreut über die positive Resonanz, die das Projekt hierzulande gehabt hatte. In Burundi dagegen werde wenig über die Hilfe für Jugendliche in Gefängnissen gesprochen.

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