Business Veröffentlicht am 20.06.12 15:00

ICT Spring: Zuckerberg auf Kirchberg

"Trendy Randi" über neue Trends der "Social Media"

Das quirlige Social-Media-Girlie, Randi Zuckerberg ... am Dienstag auf Kirchberg.
Foto: Serge Waldbillig

von Marc Thill

Bereits vor der Veranstaltung hatte Randi frisch und munter aus ihrem Hotel drauf los gewtittert:

"Waking up in beautiful Luxembourg to speak at #ICTSpring this morning. Thanks for the nice tweets, it's a pleasure to be here. See you soon!"

Und dann erschien sie in der Luxexpo ebenso frisch und lebendig - die ehemalige Marketingfrau von Facebook, jetzt selbstständige Unternehmerin und - wie gesagt - ein quirliges Social-Media-Girlie.

30.000 Fans hat die Facebook-Kantine, doch nur 4.000 essen dort

Ihre neue Firma "RtoZ Studio" steckt noch in den Kinderschuhen, und deshalb verriet Randi Zuckerberg nur sehr wenig darüber. Nur soviel: Mit "RtoZ Studio" will sie das Live-Fernsehen mit den Social Media verschmelzen.

Dass man Unternehmen mit den sozialen Netzwerken verflechten sollte, sei ihr in der Facebook-Kantine bewusst geworden, erzählte Zuckerberg. 4.000 Leute arbeiten in der Firma ihres Bruders Mark, und alle hätten Zugang zu einer exzellente Kantine zum Nulltarif. Das Firmenrestaurant habe eines Tages eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der sie täglich ihre Menüs publik gemacht habe. Und diese Seite habe im Nu 30.000 Fans bekommen, wobei aber nur die rund 4.000 Facebook-Angestellte real etwas mit dieser Kantine zu tun hätten. Die 26.000 anderen seien interessiert und neugierig.

Was für die Kantine von Facebook zutreffe, gelte auch für alle anderen Unternehmen, so Zuckerberg.

Neue Trends der "Social Media"

  • Mit den Sozialen Netzwerken sollten wir die Leute teilhaben lassen, mehr oder weniger, so die junge Unternehmerin:  Sachen, die bislang nur Betuchten vorbehalten waren, seien inzwischen übers Internet auch anderen zugänglich:  Airbnb habe eine Plattform geschaffen, über die man private Luxusunterkünfte weltweit billig mieten könne, und bei www.renttherunway.com könne man sich billig Designer-Klamotten ausleihen.
  • Für Randi Zuckerberg ist klar, dass man dank Twitter, Facebook, usw. Vertrauen zu einer Marke schaffen sollte, und das auf eine sehr emotionale Art. Die Facebook-Fans einer Mark hätten oft einen Informationsvorsprung, etwa bei günstigen Verkaufsofferten.
  • Auch der Kundenservice der Firmen werde zunehmend über die sozialen Netzwerke abgewickelt, ein weiterer Trend, der sich derzeit abzeichne.
  • Und wir alle seien auch dank Facebook und Twitter  Meinungsmacher: Was ist gut, was weniger gut, was mögen wir, was nicht? Zuckerberg nannte in dem Zusammenhang www.foodspotting.com  und www.kickstarter.com, eine Plattform für kreative Projekte. Wir alle seien in vielem Amateure, und doch bekämen wir über die sozialen Netzwerke eine riesige Plattform zur Verfügung gestellt, über die wir unsere Meinung äußern und unseren  Ideen preisgeben könnten.
  • Zu guter Letzt: Humor und Spieltrieb nehmen laut Zuckerberg zunehmend Einzug in die sozialen Netzwerke: Wer zum Joggen geht und das seinen Facebook-Freunden mitteilt, kann über über eine App von Nike+ beim Laufen Anfeuerungsrufe in sein Ipod oder Iphone überspielt bekommen, sofern die Freunde die Facebook-Botschaft "liken". Es gibt auch eine Personenwaage, die automatisch das Gewicht über Twitter oder Facebook preisgibt. Das motiviere, so Randi, die auch auf einen Radiowecker hinwies, der über eine Kreditkarte jeweis einen Dollar für ein karitatives Werk abbucht, und zwar dann, wenn man die "Snooze"-Taste drückt.

Schön und klug: Randi Zuckerberg in Luxemburg