Lëtzebuerg Veröffentlicht am 04.02.12 10:24

“Ich war noch nie so zufrieden mit einem Auto”

36 Elektroautos sind aktuell in Luxemburg zugelassen

Der Fahrspaß ist garantiert, sagt Guy Kirschten am Steuer seines Citroën C-ZERO.
Foto: Screenshot Video

(das) – Seit 10 Monaten ist Guy Kirschten stolzer Besitzer eines Elektroautos – als einer der ersten in Luxemburg. Der pensionierte Flughafenmitarbeiter aus Niederanven ist Überzeugungstäter – neben seinem Elektromobil hat er auch eine Photovoltaikanlage auf das Dach seines Einfamilienhauses montieren lassen. Alternative Energiequellen sind seine Passion und von seinem Elektrogefährt ist er restlos überzeugt.

Der Fahrspaß ist garantiert, sagt Guy Kirschten am Steuer seines Citroën C-ZERO. Die Beschleunigungswerte seien aufgrund des Elektromotors und der fehlenden Gangschaltung sehr gut und auch in punkto Geschwindigkeit könne sein Wagen auf der Landstraße mühelos mithalten.

Ein weiterer Vorteil seien die geringen Unterhaltskosten. Ölwechsel und Wartungstermine fallen beim Elektroauto gänzlich weg, lediglich die Akkuzellen muss Kirschten alle 20.000 Kilometer überprüfen lassen.

Die Hupe betätigt der Elektrofahrer übrigens so oft wie noch nie: “Da mein Auto fast keine Geräusche verursacht und die Menschen sich noch nicht an diese Form von Automobilität gewöhnt haben, hupe ich sehr oft, um heiklen Situationen vorzubeugen”.

Nachteile: geringe Reichweite und hoher Anschaffungspreis

Nachteilig wirkt sich hingegen die Reichweite des kleinen Flitzers aus: 130 Kilometer bei voller Ladung, die bei zugeschalteter Klimaanlage und ansteigenden Straßenprofilen weiter abnehmen. Dabei gibt es bislang erst wenige öffentliche Aufladestationen in Luxemburg. “Man muss seine Fahrten im Voraus planen, für meine täglichen Bedürfnisse genügt die Reichweite jedoch vollkommen”, sagt Guy Kirschten.

Zum 1. Januar 2012 waren in Luxemburg übrigens 36 Elektroautos immatrikuliert. Hinzu kommen noch elf Quadricycles. Dass es noch nicht mehr sind, mag zum Teil an den hohen Anschaffungspreisen der Elektromobile liegen. 36.000 Euro hat Elektropionier Kirschten vor zehn Monaten für seinen Kleinwagen gezahlt. Eine Umfrage der deutschen Auto-Fachzeitschrift “Auto, Motor, Sport” hat in diesem Zusammenhang ergeben, dass die preisliche Schmerzgrenze der Kunden für Mehrkosten bei einem Elektroauto etwa bei 3.000 Euro liegt. Da er “grünen Strom” bezieht, hat Kirschten übrigens Anrecht auf die staatliche CAR-e-Prämie von 5.000 Euro für Elektroautos.

Eigenen Aussagen zufolge ist Guy Kirschten “elektrisch” viel entspannter unterwegs als er dies mit allen seinen früheren Autos war: “Es ist eine ganz neue Philosophie von Mobilität, die sich da entwickelt”!