Lëtzebuerg Veröffentlicht am 24.07.10 18:59

„Hacken erfordert Kreativität“

Der Spaß kommt an diesem Wochenende in Düdelingen an erster Stelle

Noch bis Sonntagabend können sich die 80 Hacker aus fünf Nationen austauschen und weiterbilden.
Gerry Huberty

(ham) - Beim Wort Hacker denken immer noch viele Menschen an cyberkriminelle Bösewichte. Dass auf einen „bösen“ Hacker mindestens fünf „gute“ Hacker kommen, wird meist außer Acht gelassen. Haxogreen 2010 straft das tendenziell negative Image Lügen: Beim Summercamp für Hacker in Düdelingen steht an diesem Wochenende der Spaß und die Kreativität im Mittelpunkt. Das Bestehende kreativ ummodellieren, das ist laut David Raison vom Co-Organisator syn2cat der Inhalt des Hacken.

Das Wort „Hacker“ definiert Wikipedia wie folgt: Das Wort wird alltagssprachlich gebraucht, um jemand zu bezeichnen, der über ein Netzwerk in Computersysteme eindringt und zugleich Teil einer entsprechenden Subkultur ist. In engerem Sinne gebrauchen seit den 1950er-Jahren weitere Subkulturen den Ausdruck zur Selbstbezeichnung. Gemeinsames Merkmal ist dabei, dass ein Hacker ein Technikenthusiast ist, der umfangreiche technische, vor allem computertechnische Grundlagenkenntnisse besitzt. In einem übergreifenden Sinn umfasst „Hacker“ experimentierfreudige Personen, die mit ihren Fachkenntnissen eine Technologie beliebiger Art außerhalb ihrer normalen Zweckbestimmung oder ihres gewöhnlichen Gebrauchs benutzen.

Spaßfaktor

Mit der zweiten Hälfte dieser Definition sind die Mitglieder vom Chaos Computer Club und syn2cat sicherlich einverstanden: „Hacken umfasst einen unglaublich großen Bereich“, meint David Raison. „Beim Hacken geht es in erster Linie um den Spaßfaktor: Etwas Bestehendes nehmen und seine Funktionen mit einem technischen Eingriff erweitern.“ Dass Hackern in der Öffentlichkeit aber gerne ein negatives Image angehaftet wird, dessen ist sich David bewusst. „Und dabei sollte es doch positiv sein – schließlich erfordert das Hacken viel Kreativität.“

Einen Toaster so „umzuprogrammieren“, dass er vom Computer aus gesteuert werden kann, das ist laut dem Mitglied des Hacker- und Computerclubs syn2cat bereits „Hacken“. „Hacker sind technisch versierte Menschen, die ein Gerät über die ursprünglichen Funktionen hinaus erweitern können. Personen, die sich durch ihre Informatikkenntnisse an anderen bereichern, nennen wir ganz einfach nur 'Kriminelle'“, so Raison. Die falsche Darstellung in der Öffentlichkeit ist auch ein Thema beim Haxogreen 2010, einem Hacker-Summercamp, das an diesem Wochenende in Düdelingen stattfindet. „Security Issues and the 'evil hackers'?“ , so eines der vielen Themen, das bei den Workshops und Vorträgen behandelt wird. Organisiert wird das Treffen für Hacker aus Luxemburg und den Nachbarländern von den beiden Clubs syn2cat und C3L (Chaos Computer Club Lëtzebuerg), die zuletzt mit dem Aufdecken von Sicherheitslücken bei großen luxemburgischen Unternehmen auf sich aufmerksam machten.

80 Teilnehmer aus Luxemburg, Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden erhalten noch bis Sonntagabend die Gelegenheit, sich auszutauschen, sich gegenseitig zu inspirieren und sich weiterzubilden. Weiterbildungskurse und Expertenvorträge stehen genauso auf dem Programm wie lauschige Abende am Lagerfeuer. Untermalt werden diese von DJ Bionicle und Liquidbass, der am Samstagabend mit einem Liveset für Stimmung sorgte. Ziel des Summercamps sei es, so Raison, Hacker aus den benachbarten Ländern an einem Ort zu versammeln, wo sie sich austauschen können.

„Wir haben Teilnehmer, die sich mit Mikrotechnik oder Internetsicherheit, aber auch mit gesellschaftlichen Themen befassen. Oberstes Ziel ist es, einfach nur Spaß zu haben, sich kennenzulernen und sich gegenseitig zu inspirieren.“

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