Lëtzebuerg Veröffentlicht am 18.05.10 11:31

Greenpeace: Gentechnik kommt Bauern teuer zu stehen

Gute Noten für Luxemburger Regierung

Luxemburger Kommunen setzen ein Zeichen: In 86 Gemeinden wurde in einer Resolution gegen Gentechnik gestimmt.
ap

(hay) - Die Gentechnik hat nach Ansicht von Greenpeace ökonomische Auswirkungen, unter denen vor allem die Landwirte zu leiden haben. Auf diesen Umstand weist die neue Greenpeace-Studie „Counting the Costs of Genetic Engineering“ hin. Die Umweltschutzorganisation fordert daher finanzielle Hilfen für die Bauern zur Unterstützung einer Landwirtschaft ohne Gentechnik.

Die Situation sei dramatisch, sagte Maurice Losch von Greenpeace am Dienstag: „Große Unternehmen wie Monsanto oder BASF bringen aus reiner Profitgier genmanipulierte Organismen auf den Markt. Dabei haben sich Konsumenten aus aller Welt in Umfragen mehrheitlich stets gegen Gentechnik ausgesprochen.“

Greenpeace fordert eine "Qualitätslandwirtschaft"

Der neue Bericht jedenfalls belege nun, dass Landwirte – ganz egal, ob sie gentechnikfreie oder genmanipulierte Produkte anbauen - durch die Gentechnik Zusatz- und Mehrkosten tragen müssen. Diese entstehen zum Beispiel durch Ernteerträge, die niederiger ausfallen als von den Herstellern versprochen, durch den Einsatz einer höheren Menge an Pestiziden oder auch durch die Kosten, die für Kontrollen und Garantien bei gentechnisch unveränderten Produkten aufgebracht werden müssen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert daher von den politischen Autoritäten, diese Mehrkosten in Zukunft zu berücksichtigen. Daneben müssten diejenigen Bauern, die sich strikt für eine Landwirtschaft bzw. Kulturen ohne Gentechnik einsetzen, unterstützt werden. Denn sie stünden unter dem enormen Druck, der von der Industrie bzw. den Konzernen auf sie ausgeübt werde.

Die luxemburgische Regierung, der Greenpeace gute Noten im Kampf gegen die Gentechnik bescheinigte, solle sich überdies weiter auf europäischem Niveau für eine „Qualitätslandwirtschaft“ einsetzen.

Zur Info

Am 26. Mai lädt das Bündnis „Luxembourg sans OGM“ Interessierte zu einer Konferenz mit Percy Schmeiser ein.

Percy Schmeiser ist ein kanadischer Farmer. Er lieferte sich mit dem Chemie- und Saatguthersteller Monsanto einen jahrelangen Rechtsstreit, bei dem es um angebliche Saatgutpiraterie ging.

Veranstaltungsort ist das Lycée Technique Agricole in Ettelbrück. Die Konferenz startet um 20 Uhr.

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