Vor zwölf Jahren haben die Bauarbeiten am Festungsmuseum im Fort Thüngen begonnen – fertig ist es noch immer nicht. Nun steckt das Kulturministerium zusätzliche 200 000 Euro in das Projekt – eine Fertigstellung ist jedoch nicht abzusehen.
Es ist für alle Beteiligten eine leidige Geschichte: 30,5 Millionen Euro sind bis jetzt in die "Dräi Eechelen" geflossen, in ein Museum ohne Ausstellung. Die Luxemburger Bevölkerung durfte das teure Gemäuer bisher nur ausnahmsweise während der Nacht der Museen bewundern, und zwar erfüllt von gähnender Leere und ohne Erklärungen oder Ausstellungsstücke.
Für das Kulturministerium hat sich das Festungsmuseum zum Stiefkind entwickelt. Von allen Seiten kassiert Ministerin Octavie Modert dafür Ohrfeigen, vom Rechnungshof, vom Staatsrat und nicht zuletzt von einer entrüsteten Öffentlichkeit. Für den Mann und die Frau auf der Straße dürfte es kaum erklärlich sein, warum das Museum, das bereits seit 2001 fertig restauriert ist, bisher noch immer seine Tore fest geschlossen hält.
Das neuerliche Gesetzesprojekt 6071, das weitere 8,7 Millionen Euro für Restaurierung, die Anbindung an den Vauban-Rundweg und die Ausstellung locker machen soll, gibt hierzu Auskunft: In erstaunlicher Offenheit führt der Text die Verzögerungen auf zwei Faktoren zurück: Zum einen habe man die Kosten 2003 unterschätzt, zum anderen sei die Bauleitung "ungenügend" gewesen.
Wie dem auch sei, es geht so weiter wie bisher. Wann immer neue Finanzlöcher auftauchten, wurden diese mit frischem Geld zugeschüttet. Kulturministerin Octavie Modert hat nun von der Budgetkontrollkommission erbeten, die eingeplanten Gelder von 8,72 Millionen für das Festungsmuseum um 200 000 Euro zu erhöhen. Mit den zusätzlichen Mitteln soll das Dach des Fort Thüngen abgesichert und ein Tunnel beleuchtet werden.
"Ich habe die Kontrollkommission aus Gründen der Transparenz eingeschaltet", sagte Octavie Modert dem "Luxemburger Wort". Die zusätzlichen Ausgaben seien schon in der vergangenen Legislaturperiode auf den Tisch gekommen, deshalb handele es sich nicht um einen völlig neuen Vorgang.
Die neuen Gelder sind bitter nötig: Mangels Finanzierung sind die Arbeiten im Juli 2007 gestoppt worden. Aus dieser Zeit sind noch einige Rechnungen offen, zum Beispiel für den Rohbau, Metallarbeiten und Architektenhonorare. Erst wenn wieder Bares fließt, können die Bauarbeiten zum Abschluss gebracht werden.
Während Anfang 2008 der Rechnungshof noch bemängelt hatte, dass ein schlüssiges Ausstellungskonzept fehle, so liefert das aktuelle Gesetzesprojekt dies nun nach. Die Daueraustellung solle in vier Sprachen die historische Entwicklung Luxemburgs ab dem 19. Jahrhundert nachzeichnen und der "Luxemburger Identität" auf die Spur kommen. Beleuchtet werden soll das "Warum und Wie" der Festung. Historische Gegenstände und Schautafeln werden dem Besucher das Leben der Soldaten und Zivilisten in den wuchtigen Kalksteingemäuern näherbringen. Zudem soll ein Film (Kostenpunkt: 400 000 Euro) die "Vitrine der Stadt und des Kirchbergs" ins rechte Bild setzen. Irgendwann einmal, wenn die "Dräi Eechelen" zu einem normalen Museum werden, wird das Gebäude dem Musée national d'Histoire et d'Art unterstellt.
Nachdem sich die parlamentarische Kulturkommission am Dienstag vor Ort einen Überblick verschafft hat, steigt die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Arbeiten. Die Kommission verständigte sich darauf, die Entscheidung zu beschleunigen. Das Gesetzesprojekt jedenfalls kommt nach dem 25. November ins Parlament. Die Abgeordneten dürfen sich dann zum x-ten Mal mit dem leidigen Thema befassen – und die Oppositionsfraktionen über Geldverschwendung klagen.
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