(san) - Angesichts der Krise muss sich Luxemburg neu definieren. Finanzminister Luc Frieden forderte in einer Rede im Rahmen der 53. „Journée de l’Ingénieur“ am Samstagabend, ein Umdenken, was das Tripartite-Modell, Luxemburgs Rentensystem und den Mindestlohn betrifft. „Die Tripartite ist nicht das Modell, auf dem die Zukunft aufgebaut werden kann“, betonte Frieden.
„Wenn wir immer darauf warten müssen, dass sich alle Diskussionspartner einig sind, dann würden wir noch jahrelang warten“, so der Finanzminister weiter. Der Dialog mit den Sozialpartnern sei wichtig, diese sollten in Zukunft jedoch nur eine „beratende“ Rolle haben, während die Regierung die Entscheidungen trifft.
Luxemburgs Rentensystem müsse ebenfalls von Grund auf verändert werden, denn die Situation werde in weniger als 20 Jahren schon finanziell nicht mehr tragbar sein. „Auch wenn Reformen, wie die des Rentensystems, kurzfristig schmerzhaft sind, sind sie langfristig nötig für unser Land“, stellte Frieden klar.
Der vergleichsweise hohe Mindestlohn in Luxemburg sei angesichts der hohen Lebenshaltungskosten notwendig. „Wir müssen uns allerdings die Frage stellen, ob diese Löhne in Zukunft auch neue Firmen nach Luxemburg herbeiziehen werden, die neue Arbeitsplätze schaffen“, so der Minister. Das Land sei jedoch auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Diversifizierung angewiesen.
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