Tour de France Veröffentlicht am 28.06.12 15:50

Fränk Schleck: „Ich weiß nicht, wo ich stehe“

32-Jähriger nimmt die Leaderrolle trotz einer in seinen Augen nicht optimalen Vorbereitung an

Gut gelaunt, aber nicht ganz im Klaren, wie es nun tatsächlich um seine Form bestellt ist. Eins will er jedenfalls: Die Rolle des Teamleaders doch noch übernehmen.
Foto: Ben Majerus

(jot) - Fränk Schleck gab sich jedenfalls locker. Vom am Donnerstag über ihn erschienenen Artikel in der Sporttageszeitung „L'Equipe“, der nicht mit Kritik sparte, schien er sich jedenfalls nicht beeindrucken zu lassen. „Hi everybody. Welcome to my press conference“, war er sogar zu einem Scherz aufgelegt, als er als Erster den Presseraum betrat.

Auch danach zeigte er sich gut gelaunt und wies Teamkollege Andreas Klöden darauf hin, dass dieser um drei Minuten zu spät zur Pressekonferenz gekommen sei. Die meisten Fragen wurden an den Luxemburger gestellt. Zunächst ging Fränk auf das Fehlen seines Bruders Andy ein: „Die ganze Mannschaft hätte gerne, dass Andy dabei wäre. Ich hatte ihn vor einer Stunde noch am Telefon und er hat mir gesagt, dass er gerne hier wäre, um uns zu grüßen.“

... er nimmt die Leaderrolle an

Angesprochen auf seine eigenen Chancen bei der Tour zeigte sich Fränk eher vorsichtig: „Meine Vorbereitung auf die Tour war nicht die beste. Ich weiß nicht, wo ich stehe. Und die Rundfahrt ist sehr lange. Man muss von Tag zu Tag schauen. Ich konnte mich nicht spezifisch auf die Tour vorbereiten. Wir sind allerdings hier, um die Tour zu gewinnen. Wir haben nicht nur meine Trumpfkarte auszuspielen. Ich denke nicht, dass ich meine starke Form, die ich bei der Tour de Suisse hatte, nicht innerhalb weniger Tage verlieren werde. Über einen Zeitraum von ein paar Wochen hinweg, könnte dies jedoch anders sein.“

Zum Druck auf seinen Schultern erklärte Fränk, der die Leaderrolle innerhalb des Teams laut eigenen Aussagen annimmt: „Ich habe Druck, wie jeder Fahrer. Ich habe kein spezifisches Ziel. Das Ziel lautet allerdings im Radsport immer, zu gewinnen. Die große Anzahl an Zeitfahrkilometern kommen mir jedoch nicht entgegen.“

Die Abwesenheit von Bruyneel kein Hindernis für gute Resultate

Zur Abwesenheit von Teamchef Johan Bruyneel, der wegen Dopingvorwürfen fehlen wird, meinte Fränk: „Es war Johans Entscheidung, nicht zu kommen. Wir akzeptieren sie. Johans Fehlen muss nicht bedeuten, dass wir keine gute Ergebnisse erzielen. Wenn wir die Etappensiege feiern können, dann werden wir dies sicherlich versuchen. Dies verhindert aber nicht, dass wir auch versuchen, eine gute Platzierung im Gesamtklassement zu erzielen.“

Fränk Schlecks Teamkollege Fabian Cancellara dementierte die Medienberichte, wonach er sich bei der Tour de France im Hinspiel auf die Olympischen Spiele schonen würde. „Ich bin hier, um mein Bestes zu geben. Im Jahr 2008 war die Situation bereits ähnlich.“

Analyse: Wie tickt Fränk Schleck?

Cancellara - der Tourist bei der Tour

Positiver Dopingtest von Fränk Schleck: Hier bekommen Sie den Überblick

Die Nachricht über Fränk Schlecks positiven Dopingtest schlug ein wie eine Bombe. wort.lu berichtete zu diesem Thema in zahlreichen Artikeln, Hintergrundberichten und Kommentaren. Hier bekommen Sie den Überblick.