Multimedia Veröffentlicht am 06.08.12 10:51

Facebook Austritt: Zurück in der Zukunft,...?

Anfang August hat Luc Ewen sein Facebook-Profil reaktiviert. Wieso?

Von Luc Ewen

Am 6. August 2012 habe ich nach drei Monaten Abstinenz mein Facebook-Profil reaktiviert. Warum? Um darauf zu antworten: Gute Frage! Sollte ich mich wie ein reuiger Sünder dafür entschuldigen dass ich Facebook untreu war und nun wieder wie ein Hund mit schlechtem Gewissen angekrochen komme? - Mit Sicherheit nicht! Der Austritt war eine interessante Erfahrung und er hat mir, und hoffentlich auch den Lesern meines wort.lu-Dossier, gezeigt, welche Wirkung und Folgen ein Profil auf Facebook haben kann.

Was diese Wirkung angeht so bin ich in den vergangenen Wochen und Monaten fast täglich auf mein Facebook-Profil angesprochen worden. Sogar der kurze Besuch im Supermarkt entwickelte sich mehrmals zu einer längeren Gesprächsstunde zum Thema soziale Netzwerke, da Leute, die ich zum Teil nicht einmal kannte, mich ansprachen und nach meinem Facebook-Austritt fragten. Häufigste Frage: „Kehren Sie denn nun zurück?“ - Findet der verlorene Sohn zurück nach Hause?

So sekten-artig wie Facebook versucht zu verhindern, dass Mitglieder sich abmelden (Sehen Sie hier), so sekten-artig versuchten die Mitglieder mich wieder in den Schoß der Online-Gemeinschaft zurück zu hohlen. Ich muss sagen, ich fürchte mich nicht oft im Leben, doch dieses Rudel-Verhalten macht mir Angst.

Wieso die Rückkehr?

Dennoch bin ich nun wieder da. Wieder vollwertiges Mitglied der (Facebook-)Gesellschaft. Wieso?

Ausschlaggebend war der Luxemburg-Besuch eines guten Freundes, der vor Jahren nach Skandinavien ausgewandert war. Bis zu meinem Austritt hatte ich, wenn auch nicht häufig, dann doch regelmäßig Kontakt zu ihm über Facebook. Vor kurzem stand einer seiner seltenen Luxemburg-Besuche auf dem Programm und seine Jugendfreunde hatten natürlich eine Party zu seinen Ehren veranstaltet. Leider an einem Tag, an dem ich nicht zu Lande war.

Via E-Mail versuchte ich ihn zu erreichen, um mit ihm ein Treffen an einem anderen Tag zu vereinbaren, erfolglos. Vermutlich erhielt er die Mail zu spät. Über Facebook hätte ich ihn wahrscheinlich rechtzeitig erreichen können. - Hast Du kein Facebook, hast du halt kein Facebook!

Der Kontakt zu Bekannten, solche die ausgewandert sind, solche die ich im Rahmen meiner Ausbildungszeit in Deutschland kennengelernt habe, ist tot. Tot weil ich nicht mehr bei Facebook bin. Das konnte so nicht weiter gehen.

Kontaktpflege und Eigenwerbung

Fazit: Facebook ist an und für sich eine gute Erfindung. Ein hilfreiches Werkzeug, um soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Geschickt genutzt ist Facebook auch ein Mittel, um für sich und seine Interessen zu werben - mit allen Vor- und Nachteilen.

Gefährlich ist Facebook dann, wenn der Nutzer oder seine „Freunde“ die Gefahren nicht kennen, oder Regeln gewollt oder ungewollt brechen, wenn nicht gar missbrauchen. Wer „Freunde“ einer Gruppe hinzufügt, ohne diese vorher zu fragen, macht sich in meinen Augen solch einem (leider regel-konformen) „Missbrauch“ schuldig.

Solche „Freunde“ werde ich auch in Zukunft konsequent von meinem Profil entfernen, indem ich sie als Spammer melde und ihnen die „Facebook-Freundschaft“ kündige. Egal um welche Gruppe es sich dabei handelt.

Austritt aus Facebook - Der Selbstversuch