Sport Veröffentlicht am 27.01.12 10:49

F1-Pilot Sutil muss am Montag vor Gericht

Gericht muss klären, ob es gefährliche Körperverletzung oder Notwehr war

Adrian Sutil
Foto: AFP

(dpa) - Der noble Club wirbt auf seiner Homepage mit dem Slogan: „Es ist der Party-Ort in Shanghai.“ Der deutsche Rennfahrer Adrian Sutil dürfte sich heute wünschen, zumindest am 17. April 2011 die Aussicht aus dem 24. Stock über die chinesische Metropole verpasst zu haben. Statt DJ und heißer Musik erwarten den vorerst ausgemusterten Formel-1-Piloten an diesem Montag und Dienstag in München Anwälte, Richter und Paragrafen.

Denn an jenem April-Abend war es nach dem GP von China zu einen folgenschweren Vorfall gekommen. Mit einem Champagner-Glas hatte Sutil den Luxemburger Geschäftsmann Eric Lux, Teilhaber des Teams Lotus Renault GP (zukünftig Lotus F1 Team), am Hals schwer verletzt. Vor dem Amtsgericht München muss sich Sutil dafür nun verantworten. Die Frage: gefährliche Körperverletzung oder Notwehr?

Ausgerechnet Sutil. Sohn eines Geigenvirtuosen aus Uruguay. Selbst begabter Pianist, dem auch eine musische Karriere offengestanden hatte. Sutil ist alles andere als ein verbaler Rowdy. Einer, der im Gegensatz zu Vettel & Co. als Spätstarter in die Formel 1 einstieg. Erst mit 14 kam er in Kontakt mit dem Kartsport. Zehn Jahre später feierte Sutil sein Renndebüt in der Formel 1. Immer wieder machte er seit seinem ersten Grand Prix 2007 in Australien auf sich aufmerksam.

"Es ist wichtig, den Vorfall abzuschließen"

Auf der Strecke, mit überzeugenden Vorstellungen. Dass Sutil für die Saison 2012 ohne Arbeitgeber dasteht, dürfte auch mit jenen Geschehnissen im April 2011 zu tun haben. Bei Force India wurde Sutil trotz Top-Ten-Platz im Klassement (9.) von Landsmann Nico Hülkenberg abgelöst. Williams zog im Personalpoker Bruno Senna (BRA) dem Bayern vor. Dennoch hatte Sutil-Manager Manfred Zimmermann bereits beteuert: „Die Verhandlung hat keinen Einfluss auf die Zukunft von Adrian.“

Dass ein Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung Sponsoren und Arbeitgeber wenig beeinflusst, darf jedoch stark bezweifelt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst in einem Strafbefehl ein Jahr Haft auf Bewährung für Sutil beantragt. Dem stimmte der 29-Jährige aber nicht zu. Es wäre praktisch einem Schuldeingeständnis gleichgekommen.

Daher setzte das Amtsgericht den Prozess an. „Auch für uns ist es wichtig, den Vorfall dann abzuschließen“, betonte Sutil-Berater Zimmermann: „Wir erwarten von der Verhandlung, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt.“ Sutil beteuerte, er habe Lux lediglich den Inhalt des Glases ins Gesicht schütten wollen. Dabei sei aber das Glas zerbrochen, die Scherben verletzten Lux am Hals.

Sutils Kumpel und Ex-Kollege Lewis Hamilton war damals dabei. Der britische McLaren-Pilot und Ex-Weltmeister hatte das China-Rennen gewonnen. Bei der Verhandlung tritt er trotz Vorladung allerdings (vorerst) nicht als Zeuge auf. Hamilton hat Termine seines Rennstalls. McLaren stellt am Mittwoch als erstes Top-Team seinen neuen Wagen für die am 18. März beginnende Formel-1-Saison vor. Was Sutil dann machen wird, dürfte auch von seinem Prozess abhängen.

Olympia 2012

Vor den Olympischen Spielen in London stellen wir alle Luxemburger Sportler vor, die sich für das größte Sportereignis der Welt qualifizierten.

Video-Galerie

Aktuelle Fotogalerien

Wichtige Radsport-Termine

Welches Rennen wann? Wo bekomme ich alle wichtigen Informationen dazu? Einen internationalen Radsportkalender mit Links zu den Internetseiten der Veranstalter finden Sie hier.