International Veröffentlicht am 01.01.01 01:01

Erzbischof Franck spricht von "schrecklichem Fauxpas"

Erzbischof Fernand Franck fordert Konsequenzen im Vatikan.
Guy Jallay

(vb) – Nach Protesten aus der Politik und innerkirchlichen Kreisen hat der Vatikan den britischen Bischof Richard Williamson zum Widerruf seiner Äußerungen aufgefordert. Wenn er dies nicht tue, könne er nicht als Bischof wiedereingesetzt werden. Luxemburgs Erzbischof Fernand Franck nannte Williamsons Rehabilitierung einen "schrecklichen Fauxpas" des Vatikans.

Der Vatikan betonte am Mittwoch, der Papst habe nichts davon gewusst, dass Williamson den Mord an den europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg angezweifelt habe. "Die Äußerungen von Monsignore Williamson sind absolut inakzeptabel und werden vom Papst abgelehnt", heißt es in einer Stellungnahme des Heiligen Stuhls vom Mittwoch.

Franck: Vatikan muss seine Kommunikation verbessern

"Ich glaube gerne, dass der Papst nichts von der Holocaust-Leugnung wusste", sagte Bischof Franck in einem Interview mit Radio DNR. Trotzdem sei der Kirchenspitze ein Fehler unterlaufen. "Ich kann mir dagegen nicht vorstellen, dass die Verwaltung des Vatikans Williamsons allgemeine Einstellung nicht kannte." Die Aufhebung der Exkommunikation des traditionalistischen Bischofs bezeichnete Bischof Franck als "schrecklichen Fauxpas".

Im Sturm der Kritik, dem der Vatikan zurzeit ausgesetzt ist, solle der Papst erst einmal Ruhe bewahren, sagte Bischof Franck. In Zukunft müsse aber die Kommunikation innerhalb der Kurie verbessert werden, sagte er weiter. "Nur so können solche Fehler vermieden werden."

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