International Veröffentlicht am 23.09.09 10:03

Erste Frau im wichtigsten Amt

Angela Merkel wuchs in der Uckermark nordöstlich von Berlin auf.
AP

(dpa) - Sie ist die erste Frau und die erste Ostdeutsche im höchsten deutschen Regierungsamt. Doch erst mit einem Wahlsieg am 27. September würde sich Angela Merkel (55) in die Reihe der Kanzler der Nachkriegsgeschichte eintragen, die vom Volk wenigstens einmal im Amt bestätigt wurden. Sie stünde dann in einer Reihe mit Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder.

Am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren, wuchs Merkel als Tochter eines Pfarrers und einer Lehrerin vor allem in der Uckermark nordöstlich von Berlin auf. Die DDR prägte die ersten 35 Jahre ihres Lebens. Aufgrund ihrer Begabung konnte sie in Leipzig Physik studieren und später an der Akademie der Wissenschaften arbeiten, wo sie ihren zweiten Ehemann Joachim Sauer kennenlernte.

Nach der Wende schloss sich Merkel dem Demokratischen Aufbruch an, der später in der CDU aufging. Als Vize-Regierungssprecherin geriet sie ins Blickfeld Kohls, der sie nach der Vereinigung zuerst als Bundesministerin für Frauen und Jugend sowie dann als Umweltministerin in seine Kabinette berief.

Merkel: Leitfigur für einen Neuanfang der Partei

Nach der Wahlniederlage Kohls wurde sie 1998 CDU-Generalsekretärin und in der Zeit der CDU-Spendenkrise zur Leitfigur für einen Neuanfang der Partei - auch weil sie sich als erste vom System Kohl distanziert hatte. Im April 2000 wurde Merkel zur ersten weiblichen Vorsitzenden der CDU gewählt.

2002 verlor Merkel den unionsinternen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur gegen Edmund Stoiber (CSU), wurde jedoch drei Jahre später zur Spitzenkandidatin der Union ausgerufen, als Kanzler Schröder eine vorgezogene Neuwahl durchgesetzt hatte. Seit November 2005 ist sie erste Bundeskanzlerin Deutschlands.

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