(yw) - Ist Ihnen der Name Joseph Alzin ein Begriff? Haben Sie schon mal von Jean Colbach, Alex Servais, Paul Hammer und Jean Proess gehört? Wussten Sie, dass der 1908 in Rümelingen geborene Boxer und damalige Landesmeister im Schwergewicht, Ernest Toussaint, bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nur knapp die Bronze-Medaille verpasste?
Antworten auf diese und andere Fragen gibt es bei der Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des "Comité olympique et sportif luxembourgeois" (COSL). Dabei lässt das Nationale Olympische Komitee die Geschichte der Luxemburger Athleten bei den Olympischen Spielen der vergangenen hundert Jahren Revue passieren.
Beim Anblick der Memorabilien der Luxemburger Sportler werden bei Gust Stelmes Erinnerungen wach. Vor allem beim Blick auf die Bildtafeln des Belairer Velodroms, das im Jahre 1921 hinter den Häusern an der Rue Belair (die heutige Avenue Gaston Diderich) eingeweiht wurde, wird der im Jahr 1938 geborene Luxemburger nostalgisch. "Ich kann mich noch gut erinnern. Mit 17 Jahren bin ich dort umhergefahren", so der 73-Jährige mit deutendem Finger auf das Schwarzweiss-Foto. "Zu meiner Zeit fuhr ich problemlos den Breedewee hinauf. Ich war zwar kein Radprofi, wir hatten nicht die finanziellen Mittel um professionnell fahren zu können. Es war nicht wie heute... ", so der 73-Jährige mit wehmütiger Stimme.
Nur noch bis Samstag
Den Höhepunkt der Ausstellung bildet die Goldmedaille, die Josy Barthel vor genau 60 Jahren, am 26. Juli 1952 in Helsinki beim 1 500-Meter-Lauf gewann. Daneben gibt es auch das Trikot samt Laufschuhen von damals zu bestaunen. Ebenfalls ausgestellt ist die Fechtkleidung von Emile Gretsch, der 1948 bei der Olympiade in London, 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne dabei war. Seine eigene Geschichte hat auch das Trikot von Danièle Kaber, die bei den Spielen in Seoul 1988 7. beim Marathon wurde oder das Trikot des Radfahrers Kim Kirchen, der bei Olympia 2004 in Athen teilnahm.
Die Ausstellung verschafft auch Einblicke in die Sportlerkarrieren der Leichtathletin Danièle Kaber, der Schwimmerin Nancy Arendt oder dem Skirennfahrer Marc Girardelli. Aber auch damalige Sportler kommen zu Ehren wie Laury Koster, die Luxemburger Schwimmerin, die 1924 an den Olympischen Spielen in Paris teilgenommen hat oder Mathias Logelin, der in Differdingen geborene Turner, der 1928 in Amsterdam und 1936 in Berlin bei Olympia dabei war.
Olympia von A-Z könnte demnach das Motto der Ausstellung lauten. Zu bestaunen gibt es nämlich auch sämtliche Olympische Pins, Armbanduhren, Eintrittskarten, Maskottchen und Medaillen.
Die Veranstaltung, die anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Nationalen Olympischen Komitees (COSL) für kurze Zeit ins Leben gerufen wurde, erinnert auch an die Anfänge des COSL, deren Präsidenten, von Maurice Pescatore (1922-1925) über Prosper Link (1970-1972) oder Marc Theisen (1999-2012) bis hin zu dem heutigen Präsidenten André Hoffmann.
Die Ausstellung läuft nur noch bis zum kommenden Samstag (4. August) im Einkaufszentrum Belle-Etoile.
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