Lëtzebuerg Veröffentlicht am 28.04.11 04:37

Ein neuer Palast im Salon der Hauptstadt

Nach fünf Jahren Arbeit: Zwei Tage der offenen Tür an diesem Wochenende.

Von Eric Hamus

Am Freitagabend öffnet das neue sozio-kulturelle Areal Cercle-Cité im Herzen der Hauptstadt zum ersten Mal seine Tore. Während das Cité-Gebäude bereits im Januar 2010 seiner neuen Bestimmung übergeben wurde, werden die Sanierungsarbeiten am altehrwürdigen Cercle mit der Eröffnungsfeier am Freitag ihren definitiven Abschluss finden. „Wir wollen die Tradition des Cercle erhalten und ein modernes Instrument schaffen, mit dem wir unseren Teil dazu beitragen können, die Innenstadt mit Leben zu füllen“, so Bürgermeister Paul Helminger.

Die Treppe, der Ratskeller, die Empfangsräume, sie alle sind am Wochenende zu besichtigen.
Foto: Serge Waldbillig
Der große Saal im zweiten Stock wurde aufwendig restauriert.
Foto: Serge Waldbillig
Erstrahlt in neuem Glanze, sowohl außen als auch innen: der Cercle an der Place d'Armes.
Foto: Serge Waldbillig

Sanierung kostete 21 Millionen Euro

Mit der Wiedereröffnung des Cercle werde ein neues Stück Stadtgeschichte geschrieben, betont die neueste Ausgabe von „Ons Stad“ im Hinblick auf die Eröffnungszeremonie eines Gebäudes, das wie kein zweites die Geschichte der Hauptstadt mitgeprägt hat – sowohl in schönen als auch in dunklen Zeiten.

Bis dahin hat die Sanierung des Cercle über fünf Jahre gedauert und 21 Millionen Euro gekostet. Die Attraktivität des Stadtzentrums soll dadurch erhöht werden: Zusammen mit dem Cité, mit dem das Cercle über eine Fußgängerbrücke verbunden ist, bietet das Gebäude in Zukunft einen Ort für die unterschiedlichsten Veranstaltungen mitten im Stadtzentrum.

Große Feste

Laut den Stadtverantwortlichen soll das Cercle-Cité als neues multifunktionales Kultur-, Kongress- und Begegnungszentrum in Zukunft viele Menschen anziehen, und dies mitten im Herzen der alten Festungsstadt. Die Idee zur Schaffung einer solchen Institution sei kurz nach dem Kulturjahr von 1995 herangereift. „Der Cercle war noch immer das Gebäude in Luxemburg, in dem sich das hauptstädtische Leben abgespielt hat. Hier wurden große Feste abgehalten, Staatsoberhäupte empfangen. Und das gesellschaftliche Leben soll auch in Zukunft im Cercle Einzug halten können“, betonte Lydie Polfer, Kulturschöffin und Präsidentin der Trägergesellschaft „Agence luxembourgeoise d'action culturelle“ (Acal).

Auch für Bürgermeister Paul Helminger ist das neue soziokulturelle Areal ein Ensemble: Cercle und Cité seien eins. Die Stadt Luxemburg habe eine Konvention mit der Acal abgeschlossen, die dafür sorgen soll, dass beide Gebäude mit Leben erfüllt werden und ein Programm anbieten, das den qualitativ hohen Ansprüchen der Stadt Luxemburg entspricht. „Erstens wollen wir die Tradition des Cercle erhalten, zweitens soll aus dem Komplex ein modernes Instrument werden, mit dem wir unseren Teil dazu beitragen können, die Innenstadt mit Leben zu füllen“, so Helminger.

Tage der offenen Tür am Wochenende

Neben den Festsälen wird der Komplex künftig natürlich auch die Bibliothek und die Auditorien des Cité anbieten können. Kleinere Arbeitsräume im Cercle ergänzen das Bild, so dass das Ensemble – verbunden durch eine Passerelle – auch als Kongresszentrum genutzt werden kann. Im Ratskeller werden Ausstellungen abgehalten und in den ehemaligen Büros des LCTO soll in Zukunft die „Vitrine du Commerce“ des hauptstädtischen Geschäftsverbands zu finden sein.

Im Rahmen der Eröffnung lädt die Stadt zusammen mit der Acal am Samstag und Sonntag zum Wochenende der offenen Tür ein. Von 10 bis 20 Uhr am Samstag und von 10 bis 18 Uhr am Sonntag bietet sich den Besuchern die Möglichkeit, den Ratskeller, die große Treppe im Eingangsfoyer, die Glaskuppel in der zweiten Etage und die prächtige Deckenverzierung im großen Saal in Augenschein zu nehmen.

Die bewegte Geschichte des Gebäudes wird in einer interessanten Ausstellung im Ratskeller aufgegriffen, während eine Ausstellung des Fotografen John Braun die Sanierungsarbeiten nachvollzieht. Junge Besucher kommen derweil bei den Atelier-Angeboten auf ihre Kosten. Musik- und Tanzvorstellungen der unterschiedlichsten Künstler runden das Angebot ab.