Lëtzebuerg Veröffentlicht am 09.10.12 13:31

Differdingen bewirbt sich um Nationalstadion

Das Stadion Oberkorn, in dem Differdingen 03 spielt, ist erst wenige Monate alt. Nach dem Willen von Bürgermeister Meisch soll es erweitert werden.
Foto: Claude Piscitelli

(vb/nar) – Welche Stadt bekommt das nationale Fußballstadion? Der Differdinger Bürgermeister Claude Meisch hat eine Kandidatur eingereicht, um das neue Stadion von Differdingen 03 zum Nationalstadion auszubauen. Bürgermeister Xavier Bettel hält dagegen: Er will ein Nationalstadion in der Hauptstadt.

Nachdem das Großprojekt von Flavio Becca in Liwingen endgültig gestorben zu sein scheint, streiten mehrere andere Gemeinden darum, welches Stadion nun zum Nationalstadion ausgebaut wird.

Für Differdingen hat Claude Meisch nun entsprechende Unterlagen beim Sportministerium eingereicht. Sportminister Schneider will nun die Gegebenheiten in Differdingen prüfen.

Differdinger Stadion gerade erst eingeweiht

Das neue Stadion in Oberkorn, wo die Mannschaft von Differdingen 03 in der BGL-League spielt, wurde erst im August 2012 eingeweiht. Die einzige Tribüne bietet Platz für 2000 Zuschauer - zu wenig, um dort Länderspiele oder Champions-League-Qualifikationen auszutragen. Sollte der Plan durchgehen, müssten gegenüber der Tribüne und hinter einem der Tore weitere Tribünen stehen. Im Moment befinden sich dort zwei Trainingsplätze, die von der Differdinger Fußballschule genutzt werden.

Wie Differdingens Bürgermeister Claude Meisch gegenüber dem „Luxemburger Wort“ bestätigte, war der Schöffenrat der Südgemeinde bereits am Montag bei Sportminister Romain Schneider vorstellig geworden, um ihm ein entsprechendes Dossier zu einem möglichen Ausbau des neuen Oberkorner Fußballstadions vorzulegen. Zwischen zehn bis 15 Millionen könnte der Ausbau des Oberkorner Stadions kosten, sollte sich auf ministerieller Ebene für diese Variante entschieden werden. 

Meisch: Zusätzliche Tribüne

Die Vorteile des Standortes Oberkorn lägen laut Bürgermeister auf der Hand. Das bestehende Stadion ist neu. Es müsste allerdings eine zusätzliche Tribüne mit überdachten Sitzplätzen gebaut werden, um auf die erforderlichen 8 100 Sitzplätze zu kommen, die auf Uefa-Niveau vorgeschrieben sind und einige technische Änderungen vorgenommen werden. Sanitäre Einrichtungen, Umkleiden und Getränkeausschank sind bereits vorhanden und würden den Ansprüchen genügen.  „Es geht uns nicht um die Schaffung von Konkurrenz zur Hauptstadt, sondern lediglich darum dem Staat eine weitere Idee, eine mögliche Variante bzw. Alternative zu unterbreiten“, so Claude Meisch. Die Entscheidung liege vollends bei der Regierung. Würde sich nicht für Oberkorn entschieden, könne man damit sehr gut leben. 

Schneider gibt sich bedeckt

Der zuständige Minister Romain Schneider bestätigt, mit Differdingens Bürgermeister Claude Meisch das entsprechende Dossier besprochen zu haben, allerdings handele es sich um ein „avant-avant-projet“, dass ebenso einer Prüfung unterzogen wird, wie der mögliche Ausbau und die Renovierung des hauptstädtischen Josy-Barthel-Stadions.

Laut einem Bericht von Radio 100,7 will der Luxemburger Bürgermeister Xavier Bettel den Vorschlag seines DP-Parteifreundes nicht unwidersprochen hinnehmen. In einem Interview sagte er, das Nationalstadion müsse auf jeden Fall in der Hauptstadt stehen. Der konstruktive Dialog zwischen der Gemeinde Luxemburg und der Regierung müsste vorgehen.

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