Lëtzebuerg Veröffentlicht am 02.02.12 23:08

Die Staatsaffäre

Sicherheitskräfte im Fadenkreuz / Ex-Gendarmen beteuern ihre Unschuld

20 Sprengstoffanschläge werden den beiden Beschuldigten angelastet.
Grafik: Michèle Winandy

(MaG)- Das Dokument der Anklage im „Fall Bommeleeër“ hat es in sich. Auf 130 Seiten wird der Rahmen einer regelrechten Staatsaffäre beschrieben, die vor gut einem Vierteljahrhundert Luxemburg in Atem hielt und immer noch nicht aufgeklärt ist.

Die Anklageschrift, die als Grundlage für den Prozess gegen die ehemaligen Gendarmen Marc Scheer und Jos Wilmes dienen soll, liest sich wie das Drehbuch zu einem Polit-Thriller. Die Verantwortlichen für die Sprengstoffanschläge werden im Sicherheitsapparat selbst vermutet. Zu diesem Schluss kommt man nicht zuletzt aufgrund der vom deutschen Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführten Analysen. Demnach gehen die Spezialisten unter anderem davon aus, dass die Täter ganz klar über Insiderwissen verfügen mussten.

In dem uns vorliegenden Dokument, das wir in Auszügen auf wort.lu veröffentlichen, wird sich auch eingehend mit den Hintergründen der Taten beschäftigt. Dabei steht eine Frage im Mittelpunkt: „A qui profite le crime?“. Dem Sicherheitsapparat, so die Antwort der klagenden Partei, die an substantielle Erhöhungen der finanziellen Mittel für Polizei und Gendarmerie in den Jahren 1986 bis 2000 erinnert.

Die beiden Beschuldigten, Scheer und Wilmes, beteuern ihre Unschuld. Im Interview mit dem „Luxemburger Wort“ spricht einer der beiden Männer von Bauernopfern. „Es gehe darum, das Volk ruhig zu stellen“, so das Ex-Mitglied der „Brigade mobile“. Diese Sondereinheit steht in der Anklageschrift übrigens im Fadenkreuz.

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