Lëtzebuerg Veröffentlicht am 19.06.12 17:23

Der Zirkus kommt in die Stadt

"Ein Zirkus wie früher, nur schöner": Der Cirkus Roncalli rollt per Sonderzug an.
Foto: Gerry Huberty

(na) - Nur einen Nachmittag brauchen die etwa 50 Arbeiter, um das Zelt des Circus Roncalli aufzuschlagen. Da Roncalli-Gründer und Direktor Bernhard Paul auf Tradition besteht, wird das Zelt, obwohl vor kurzem angeeignet, (fast) nur von Muskelkraft errichtet.

„Es ist Zirkus wie vor 100 Jahren, nur schöner“, erklärte Presse-Sprecherin Angela Weller. Doch damit es überhaupt zu einer Inszenierung auf dem Gacisfeld kommen kann, musste das Material von Franfurt aus, per Bahn nach Luxemburg transportiert werden. „Wir sind einer der letzten Zirkusse, der noch auf die Bahn setzt“, erklärt Angela Weller weiterhin. Hauptgrund dafür sind die traditionellen Wohnwagen, die für Zirkus-Atmosphäre sorgen, schon ehe man das Zelt betritt.

Diese über längere Distanzen auf Autobahnen zu transportieren würde sich als problematisch erweisen. Außerdem stellt der Tiertransport kein Problem dar, da im Circus Roncalli - bis auf Ponys und ein Pferd - keine Tiere auftreten.

Nur einen Nachmittag dauert es, das Zelt aufzuschlagen.
Foto: Gerry Huberty

80 Zirkuswagen rollen auf der Schiene an

So kam am Dienstag gegen Mittag ein Zug der besonderen Art im alten WSA-Gelände bei Bettemburg an. Insgesamt 80 Circus-Wagen waren auf 50 Waggons verteilt. Dies in präziser Formation. „Es kommt vor allem auf die Reihenfolge an“, erklärte so Oliver Schlisske von seinem Traktor, mit dem er die Circus-Wagen über die Rampe abschleppt, die früher einmal dazu diente Militärmaterial auszuladen.

Am vorderen Ende des Zuges gehören die Wagen mit Material hin, damit die Aufbauarbeiten sofort anfangen können. Erst am Ende des Zuges kommen die Wohnwagen. So müssen die meisten Zirkus-Angestellten, welche per Straße im Laufe des Tages in Luxemburg ankommen sind, noch die erste Nacht im Hotel verbringen. Wenn der Zug in umgekehrter Reihenfolge stehen bleibt (was diesmal nicht der Fall war), können bis zu acht Stunden verloren gehen, erklärte Oliver Schlisske.

Erste Vorstellung am Samstag

Von Bettemburg aus wurden die Wohnwagen dann an kleine Lastwagen angehängt und auf der Straße bis zum Glacisfeld gebracht. Zeit haben die Arbeiter nicht sehr viel, denn am Samstag um 15 Uhr ist schon die erste Vorstellung fest geplant. „Wir verfügen aber über genügend Puffer“, zeigte sich Angela Weller beruhigt. So soll der Aufbau des Zeltes gegen 18 Uhr abgeschlossen sein.

Am Donnerstag folgt dann die Inneneinrichtung, ehe am Freitag die letzten Details noch geklärt werden können. Denn am Samstag, 23. Juni, geht es los. Dies bis zum 15. Juli. Dann wird wieder ein außergewöhnlicher Zug vom ehemaligen WSA-Gelände fortfahren. Diesmal Richtung Hannover.

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