Lifestyle Veröffentlicht am 10.02.12 15:23

Der Märchenpark im Winter

wort.lu filmte in Bettemburg arktische Wölfe und andere Parkbewohner

(hip) - Ein Bär verschläft ganz einfach den Winter - andere Tiere hingegen nicht. Auch wenn der „Parc Merveilleux“ zur Zeit seine Pforten für das Publikum geschlossen hat, gibt es für die Mitarbeiter und Tierpfleger des Bettemburger Märchenparks viel zu tun.

„Der größte Unterschied zur Besucher-Saison ist: Es sind keine Besucher da“, schmunzelt Zootierpfleger Michael Grauer. In der Winterzeit gibt es viele Baustellen im Park. Abwasserrohre werden erneuert, den Kaninchenbehausungen wird ein neuer Anstrich verpasst und der Bummelzug wird generalüberholt. „Wichtig ist, dass Heizungen und Heizlampen laufen. Wir schauen besonders jetzt bei den eisigen Temperaturen regelmäßig nach den Wassertränken im Außenbereich. Das gefrorene Wasser wird entfernt und durch frisches ersetzt“, erklärt Grauer weiter. Er ist zuständig für die Tiere im Waldbereich. Dazu gehören zum Beispiel die Huftiere und die Wölfe.

Seit kurzem besitzt der „Parc Merveilleux“ fünf arktische Wölfe. Ursprünglich stammen die weißen Tiere aus Grönland. Hier herrschen im Winter bis zu -50 Grad, das heißt die Wölfe fühlen sich genau jetzt richtig wohl in Bettemburg. „Es sind alles weibliche Tiere. Diese Rasse ist nicht bedroht und wir wollen auch keine neuen Wölfe züchten“, betont Grauer. Die Fünf in Bettemburg stammen aus einem Zoo in Belgien.

Wohl erzogen stellen sich die Humboldt-Pinguine für die leckeren Fische in eine Reihe.

Minimale Futterumstellung zur Winterzeit

Im Gegensatz zum Sommer werden die Ställe jetzt öfter eingestreut. Beim Futter der Huftiere werden Möhren und Äpfel durch weiße Rommeln ersetzt. Die Fütterung findet auch in den Stallungen statt, da die Gefahr besteht, dass die Nahrung bei der Eiseskälte gefriert.

Den Humboldt-Pinguinen vergeht keineswegs der Spaß bei dem Wetter. Im Gegenteil: „Sie stammen nicht, wie oft vermutet, aus der Antarktis, sondern aus Südamerika,“ erklärt Marylin Ewert, Tierpflegerin im „Amazonas-Teil“ des Parks. Die Fütterung läuft im Winter auch hier weiter wie gehabt. Die vierzehn Tierchen im adretten „Smoking“ verdrücken pro Tag und pro Fütterung zusammen einen ganzen Eimer an Fischen. Drei bis vier Mal täglich spielt Marilyn das Fräulein Kellnerin bei den Pinguinen.

Im Warmen ändert sich in der Winterzeit nichts. Das Chamäleon schnellt weiterhin mit seiner klebrigen Zunge nach Grillen und Heuschrecken. Die südamerikanischen Totenkopf-Äffchen sind genauso frech und aktiv wie im Sommer und klauen den Tierpflegern gerne das leckere Fressen aus den Futterkugeln und -behältern, bevor diese sie an den vorgesehenen Stellen austeilen können. Den Außenbereich meiden die Äffchen aber jetzt eher. Sind ja nicht dumm, die Kletterkünstler!