(vb) – Google hat wohl auch in Luxemburg Daten aus Funk-Netzwerken gesammelt und gespeichert. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit erstreckt sich die Datenpanne auch auf unser Land", sagte Gérard Lommel, Präsident der Datenschutzkommission CNPD.
Er beruft sich dabei auf eine Bestätigung der niederländischen Google-Filiale. Konkret geht es um Kamera-Autos, die für Google Street View im vergangenen August und September Straßen und Plätze im Großherzogtum fotografiert hatte. Technisch waren die in Belgien zugelassenen Autos vom Typ Opel Astra genau so ausgestattet wie die in Deutschland, wo Google wegen der Ausspionierung von persönlichen Daten stark in der Kritik steht.
Zusätzlich zu den digitalen Fotos und den geografischen Daten hatte Google WLAN-Boxen kartografiert, was die Navigation erleichtern sollte. Wie am Freitag bekannt wurde, haben die in den Autos installierten Festplatten auch E-Mails und aufgerufene Internet-Seiten von Privatnutzern aufgezeichnet.
Google schränkte am Montag ein, dass es sich nur um "Datenschnipsel", also kurze Fragmente handele. Schließlich befinden sich die Autos in Bewegung und seien nur für einige Sekunden mit den WLAN-Boxen verbunden. Zudem habe man sich nur in unverschlüsselte Netzwerke eingeloggt. Gérard Lommel kann sich dieser Einschätzung anschließen: "Von den Inhalten kann nicht viel rübergekommen sein. Das muss aber nachkontrolliert werden."
Die Luxemburger Datenschutzkommission prüft nun die rechtlichen Konsequenzen ab. Laut Lommel besteht die Möglichkeit, dass Google gegen das Datenschutzgesetz verstoßen hat. Wenn es zu einer Verurteilung kommt, droht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis oder 125 000 Euro Geldstrafe. Die Kommission behält sich vor, ihre Untersuchungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter zu leiten.
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