Klaus Brettschneider kann es nicht erwarten: Kurz vor der Premiere des von ihm moderierten Kinderprojekts „Gruselig“ im Rahmen der OPL-Reihe „login:music“ schaut er noch einmal im Atelier von Zeichner David Leick-Burns vorbei. Schon zum wiederholten Male liefert der gebürtige Brite für ein Live-Konzert des Orchesters einen Animationsfilm – vier Monate Arbeit für elf Minuten Konzertfreude und leuchtende Kinderaugen.
„Das ist brillante Arbeit, die David da macht“, stellt Brettschneider vom „Login:music“-Team des Orchestre philharmonique du Luxembourg (OPL) unumwunden fest, als er kurz vor den anstehenden Proben zu David Leick-Burns ins Atelier kommt, um letzte technische Details für das OPL-Kinderprojekt „Gruselig“ abzusprechen. Vier Monate lang hat der Zeichner an der Geschichte um die kleine Pfadfinderin und die Hexe gearbeitet – erst hat er die Geschichte entwickelt, dann im so genannten „Storyboard“ alle wichtigen Grundzüge festgehalten und dann drei Monate lang am Zeichentisch und später am Computer den Figuren Leben eingehaucht.
„Wir vertrauen David blind. Wir geben ihm die Stücke, die wir präsentieren wollen, und er entwickelt ein wahres Bilderuniversum dazu – das kann nicht jeder Zeichner“, meint Brettschneider. Schon gar nicht, wenn man wie er komplett auf sich allein gestellt ist. „Man muss schon seinen Arbeitsprozess stark planen – viele zeichnerische Details sind dann nicht machbar“, bekennt Leick-Burns und untertreibt damit seine Kunst, schon mit wenigen Details Szenen bauen zu können.
In einer Garage in Bonneweg hat er sein Atelier eingerichtet. Viel Platz bleibt nicht – außer für Tegan, seine Labrador-Hündin, die es sich ganz nah an ihrem Herrchen unter dem Tisch gemütlich macht. „Bei unseren nachmittäglichen Spaziergängen kommen mir häufig die besten Ideen.“
Bis vor wenigen Jahren arbeitete Leick-Burns noch in London, unter anderem an den berühmten gezeichneten Musikvideos der Truppe „Gorillaz“ – in einem riesigen Team von Kollegen. Mit dem Wechsel nach Luxemburg im Jahr 2007 hat sich sein Arbeitsumfeld radikal verändert: „Die Animationswelt hat sich sehr gewandelt, Zeichner wie ich, die noch das klassische 2D-Handwerk gelernt haben, werden immer weniger gebraucht.“ Natürlich verwendet auch Leick-Burns den Computer, doch der Ausgangspunkt ist immer noch die Zeichnung aus der Hand. Viele Schritte vergehen, bis sich Bewegungen und Reaktionen aus den hunderten einzelnen Bildern ergeben. Erst scannt er die Linien der Figuen und Hintergründe ein, dann folgt die Kolorierung und Bewegung – immer mit dem Gedanken, Kindern Musik spielerisch verständlich zu machen. Die Arbeit mit dem OPL hat sich über die Jahre eingespielt – unter anderem war Leick-Burns an den Projekten „Romeo und Julia“ und „Jagdfieber“ beteiligt.
Für „Gruselig“ hat er natürlich eine herrliche Geschichte um eine kleine Pfadfinderin entwickelt, die von einer bösen Hexe in ihr Spukhaus gelockt wird. Dazu spielt das Orchester live Modeste Moussorgskys Stück „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ in einem Arrangement von Rimsky-Korsakow – abgesehen von den vielen weiteren Stücken rund um das musikalische „Bibbern, Zittern und Gruseln“. Damit in dem Konzert Bild und Ton aufeinander passen, hat sich Leick-Burns mit dem jungen Dirigenten James Lowe abgesprochen. „Er hat mir eine CD zukommen lassen, bei der die Tempi seiner Vorstellung entsprechen und danach richte ich den Film ein.“
Damit das live noch besser harmoniert, baut der Zeichner immer noch „Pufferzonen“ ein, die es erlauben, bei schnelleren oder langsameren Tempi auch nachträglich noch Änderungen vorzunehmen zu können. „Sonst wären Blitze oder Reaktionen nicht auf den Punkt – und der Effekt verpufft. Eigentlich ist das Prinzip ja umgekehrt. Bei normalen Filmen ist das Bild zuerst da, dann wird die Musik dazugeschnitten.“ Das Stück und sein Verlauf ist dazu noch vielen bekannt: In Disney's Klassiker „Fantasia“ ist Moussorgskys Werk auch mit dabei. An dessen Bildästhetik und Machart will sich Leick-Burns allerdings nicht messen lassen „Jeder Zeichner hat seine Ideen und Stile und es ist toll, das ich dabei freie Hand habe.“
Morgen werden die Kinder sehen, wie der Film auf der riesigen Leinwand in der Philharmonie wirkt. „Natürlich ist der ein oder andere kleine Schocker dabei, das ist bei einem Programm das ,Gruselig' heißt auch zu erwarten.“ Aber das löst sich schnell wieder auf. „Die größte Belohnung für mich ist, die Reaktionen der Zuschauer zu hören und sehen.“
26'
7'
35'
Petingen
|
3:0 |
Jeunesse
|
RFCU Lëtzebuerg
|
2:0 |
Düdelingen
|
Fola
|
1:2 |
Grevenmacher
|
Rümelingen
|
4:1 |
Kayl-Tetingen
|
Hesperingen
|
0:3 |
Differdingen
|
Käerjéng
|
3:0 |
RM Hamm Benfica
|
Niederkorn
|
5:2 |
Hostert
|