Lëtzebuerg Veröffentlicht am 08.06.09 04:27

CSV baut ihre Vormachtstellung aus

(NiM) - Mit einem Stimmenzuwachs von 2,75 Prozent festigte die CSV im Norden ihre Vormachtstellung nach 2004 ein weiteres Mal. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen vermochte die DP ihre zwei Sitze im Parlament in extremis gegen die LSAP zu verteidigen. Dennoch dürfen sich die Sozialisten zu den Gewinnern zählen, verbuchten sie doch ein Mehr von 1,51 Prozent. Der ADR muss prozentual gesehen die meisten Stimmenverluste hinnehmen (- 4,71).

Schnell war am Sonntagnachmittag klar, dass die CSV ihre starke Position im Wahlbezirk Norden würde halten können. Für Spannung sorgte eigentlich nur die Frage, ob es der LSAP gelingen würde, der DP einen Sitz im Parlament abzujagen.

Zittern um einen Sitz bei der Demokratischen Partei

Nun, was sich eigentlich den ganzen Nachmittag über abzeichnete, trat letztendlich dann doch nicht ein. Gegen 22.30 Uhr stand nämlich definitiv fest, dass die DP ihre zwei Sitze doch noch verteidigen konnte, wenn auch nur sehr knapp um 0,62 Prozentpunkte. Nachdem die Partei bereits bei den vergangenen Wahlen 3,92 Prozent verloren hatte, musste sie diesmal weitere 2,34 Prozent Stimmenverluste hinnehmen. Zu einem großen Teil ausschlaggebend für die massiven Stimmenverluste wird wohl der Umstand gewesen sein, dass der ehemalige Spitzenkandidat Charles Goerens nicht mehr kandidierte.

Während die LSAP 17,28 Prozent (+ 1,51) und insgesamt 50 035 Stimmen (davon 21 843 Listenstimmen) erzielte, mussten sich die Blauen mit nur mehr 17,90 Prozent (-2,34) und 51 822 Stimmen (19 440 Listenstimmen) im Total zufriedengeben. Mit einem Stimmenzuwachs von 2,75 Prozent konnten die Christlich-Sozialen ihre Vormachtstellung im Norden noch weiter ausbauen. In allen Gemeinden außer Wiltz führten die CSV-Kandidaten denn auch die Skala der Beliebtheit an. Spitzenreiter ist dabei die Gemeinde Tandel mit 50,98 Prozent für die CSV, vor Munshausen (50,83) und Pütscheid (46,23).

Schank rückt immer näher an Jacobs heran

Spitzenkandidatin Marie-Josée Jacobs wurde erneut Erstgewählte mit 18011 Stimmen. Das ist ein Plus im Vergleich zu 2004 von 1 039 Stimmen. Immer näher an Jacobs heran rückt aber der Bürgermeister der Gemeinde Heiderscheid, Marco Schank, der diesmal 16 451 Stimmen (+ 3 091) erzielte. Als Drittgewählter ging wie bereits vor fünf Jahren Ali Kaes, Bürgermeister in Tandel, hervor mit 14 686 (+3 428) Stimmen vor dem bisherigen Kammerpräsidenten Lucien Weiler, der ein Total von 14 654 (+ 3 672) verbuchte.

Mit 12 862 (+ 2 548) Stimmen darf sich der Ettelbrücker Bürgermeister Jean-Paul Schaaf als Fünftplatzierter noch Chancen ausrechnen, eventuell ins Parlament nachzurücken. Die beiden DP-Sitze in der Abgeordneten-Kammer werden der Feulener Bürgermeister Fernand Etgen (10 204 Stimmen) und Neueinsteiger André Bauler, Schöffe in Erpeldingen, (7 100 Stimmen) bekleiden.

Romain Schneider für die LSAP im Parlament

Für die LSAP wird der Wiltzer Bürgermeister Romain Schneider den Norden im Parlament vertreten. Er konnte die Wahl mit 9 963 Stimmen klar vor dem ehemaligen Diekircher Bürgermeister Claude Haagen (6 525) gewinnen. Kein Zweifel ließ bei „Déi Gréng“ Camille Gira aufkommen. Der Beckericher Bürgermeister ging mit 9 267 Stimmen als Erstgewählter vor Marthy Thull (3 563) hervor.

Den Sitz von Jean-Pierre Koepp, der nicht mehr kandidierte, übernimmt bei der ADR Jean Colombera, der mit 4 989 Stimmen Jeff Engelen (4 428) auf den zweiten Platz verwies. Parteienübergreifend gesehen, stellt man fest, dass selbst der Sechstplatzierte bei der CSV, Emile Eicher, mit 10 502 Stimmen noch besser abschnitt als der Erstplazierte bei der DP, Fernand Etgen (10 204). Auffällt des Weiteren, dass die Reformpartei 11 906 Stimmen (-4,71 Prozent) verlor und auf den Wahlzetteln nur noch 29 085 Mal angekreuzt wurde.

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