Von Nicolas Anen
„Es gibt das Wiener Kaffehaus und es gibt Starbucks. Wir sind das Wiener Kaffehaus“, erklärte am Samstagnachmittag, kurz vor Beginn der Gala-Premiere, Roncalli Zirkus-Direktor, Bernard Paul. Davon konnten sich die zahlreichen Gäste schnell überzeugen. Im Roncalli-Zirkus werden wohl atemberaubende Nummern gezeigt, doch werden diese systematisch mit einer Dosis Poesie und Tradition verordnet. Dies fängt mit dem Flaschengeher Michael Ortmeier an (welcher übrigens vom Zirkus-Direktor in einer „Wetten dass…?“-Sendung entdeckt wurde), wird mit den „fliegenden Mädchen“ Katharina und Nathalia fortgefahren bis zu dem treffend genannten „poetisch-komisches Pferde-Ballet“.
Knapp zwei Nummern brauchte das Publikum, um systematisch begeisterten Beifall zu leisten. Stark dazu beigetragen hatte auch Star-Clown David Larible, welcher in seiner Karriere schon mit einem goldenen Clown in Monte-Carlo ausgezeichnet wurde (sozusagen ein Oscar des Zirkus). Bei jedem Auftritt stellte er unter Beweis, warum er sich die hohe Auszeichnung verdient hat. Immer wieder verstand er es, Leute aus dem Publikum in die Manege einzuladen, um ihm bei seinen Sketchen behilflich zu sein. So steckte er gekonnt seine Helfer und das ganze Publikum mit seiner guten Laune an.
Das Programm, das nach dem Motto „Time is honey“ benannt ist, hatte nicht zu viel versprochen. Während der knapp zweieinhalbstündigen Show hat wohl jeder im Publikum seine Alltagssorgen vergessen. Sein erklärtes Ziel hat Zirkus-Direktor Bernard Paul demnach erreicht. Jedenfalls bis zu nächsten Tag. Dann heißt es wieder Manege frei auf dem Glacisfeld. Und es gilt neue Zuschauer in die Poesie-Welt des Roncalli-Zirkuses einzuziehen.
Der Zirkus ist noch bis zum 15. Juli in Luxemburg. Karten können auf www.roncalli.de oder unter der Nummer 20.20.33.33. bestellt werden.