Lëtzebuerg Veröffentlicht am 17.10.11 17:41

Chefetage aus der Schusslinie

Aussagen des leitenden Ermittlers entlasten Generaldirektion und belasten technische Abteilung

(gs) - Zweite Verhandlungswoche im Prozess um den Absturz einer Luxair-Fokker am 6. November 2002: Nachdem an den ersten Prozesstagen drei Sachverständige gehört wurden, war es am Montag am leitenden Ermittler der Kriminalpolizei die Ergebnisse seiner Untersuchung vorzulegen.

Dabei ging es in erster Linie um ein nicht ausgeführtes technisches Upgrade an einer Kontrolleinheit der Fokker, die in der Verantwortung der technischen Abteilung bei Luxair lag. Die Chefetage ihrerseits wurde durch die Aussagen des Ermittlers entlastet.

Zu Beginn seiner Aussage konzentrierte sich der Ermittler am Montag auf seine Untersuchung im Luxair-Apparat, bei der mögliche Verfehlungen in Sachen Wartung und damit Flugtauglichkeit der Fokker 50 im Fokus standen. Dabei war erwartungsgemäß die Rede von der bereits mehrfach thematisierten Anomalie der „Skid Control Unit“ (SCU), die trotz voriger Kenntnis nicht von Luxair behoben worden war.

„Peanuts“

Der Hersteller Fokker hatte bekanntlich die Änderung der SCU in einem Rundschreiben im Jahre 1994 den Fluggesellschaften ans Herz gelegt, diese aber nur „als optional“ und „auf Kosten des Betreibers“ gekennzeichnet. Besagte Anomalie soll mit ein Grund dafür gewesen sein, dass per Schubhebel die Propeller der Unglücksmaschine in falsche und fatale Positionen gebracht werden konnten.

Der vorsitzende Richter Prosper Klein stellte am Montag die Frage in den Raum, doch auch in Richtung der angeklagten ehemaligen Leiter der technischen Abteilung, warum die empfohlene Änderung an der SCU denn nicht vorgenommen worden war. Vom technischen Aspekt und in puncto Material sei dies doch „Peanuts“ gewesen.

Weder Kenntnis noch Handhabe

In diesem Zusammenhang nahm der vorsitzende Richter dann aber auch zum Teil die Luxair-Chefetage aus der Schusslinie, indem er sagte, dass die angeklagten Generaldirektoren weder einen Pilotenschein besitzen, noch sich in technischen Dingen wie Wartung auskennen würden. Die Aufgaben der Generaldirektion bei der Fluggesellschaft hätten sich auf ganz andere Bereiche konzentriert. So bestätigte auch der leitende Polizeiermittler, dass die Generaldirektoren wohl in Bezug auf die genannten „Service Bulletins“ keine Kenntnis oder Handehabe gehabt haben - anders die technische Abteilung.

Der Prozess wird am Dienstagnachmittag fortgesetzt.

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