Interview von Joe Geimer
Am Wochenende hatte der Manager des Radrennstalls RadioShack Johann Bruyneel seine beiden Spitzenfahrer Fränk und Andy Schleck kritisiert und stellte sogar den Tour-Start der beiden in Frage. Bei der Übergabe des “Maillot Jaune” an Andy Schleck am Dienstag relativierte er diese Aussage.
Die erste Saisonhälfte ist nun in etwa um, ab Mittwoch steht die Luxemburg-Rundfahrt an. Mit welchen Gefühlen gehen Sie an den Start?
Bruyneel: Wir gehen die SkodaTour de Luxembourg in der Hoffnung an, dass es eine Art Auslöser für eine bessere und erfolgreichere zweite Saisonhälfte wird. Es gilt nun Erfolge einzufahren und dann auch die Missgeschicke und Pechsträhnen der vergangenen Monate zu vergessen. Bislang war dies sicherlich nicht unsere Saison. Zweifellos hatte auch ich mir das Jahr eins nach der Fusion unkomplizierter und erfolgreicher ausgemalt. Tatsache ist, dass wir nun mit dem Rücken zur Wand stehen. Dies muss sich ändern, hoffentlich bereits bei der Luxemburg-Rundfahrt.
Es läuft alles darauf hin, dass Ihre Mannschaft bei der Tour de France die ganze Saison riskiert. Gefällt Ihnen diese Ausgangslage?
Bruyneel: Sollten wir tatsächlich die Tour de France gewinnen, ist der Rest des Jahres auf jeden Fall vergessen. Allerdings wissen wir, dass die diesjährige „Grande Boucle“ uns auf dem Papier weniger gut liegt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es für uns unmöglich sein wird, zu gewinnen. Ganz im Gegenteil, wir verfügen über eine Menge Potenzial. Wir werden alles versuchen, um einen unserer Fahrer in Paris ganz oben auf dem Treppchen zu haben, und sicherlich wird auch der Augenblick kommen, in dem wir alles riskieren müssen, um zu triumphieren. Es liegt an uns, dieses Unterfangen erfolgreich abzuschließen. Auf dem nicht zu unterschätzenden Parcours werden wir uns trick- und ideenreich zeigen.
Ihre rezenten Aussagen in der Presse, was den Giro-Ausstieg von Fränk Schleck angeht, waren wohl als Motivation anzusehen ...
Bruyneel: Sollten Sie eine motivierende Wirkung haben, wäre mir dies recht. Als Teamchef muss ich auch zu gegebenem Zeitpunkt eine Bilanz ziehen. Und man muss kein Experte sein, um festzustellen, dass die bisherigen Leistungen ungenügend waren. Jeder muss sich dessen bewusst werden und aufwachen. In solchen Momenten muss man dann auch schon mal Sachen sagen, die andere vielleicht nicht hören wollen. Meine Mission ist es schließlich auch nicht, immer nur der liebevolle Teamchef zu sein. Klarstellen möchte ich allerdings auch, dass meine Kommentare nicht als persönliche Angriffe gelten sollten. Ich möchte sicherlich niemanden bloßstellen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen. Dessen sollte sich jeder bewusst sein. Ich bleibe allerdings optimistisch: Schließlich haben unsere Fahrer nicht plötzlich das Radfahren verlernt.
Nicht nur der Druck der Öffentlichkeit wächst, sondern auch der der Sponsoren ...
Bruyneel: Jeder ist ungeduldig, auch die Sponsoren. Glücklicherweise verfügen wir im Team über eine Menge Partner, die sich seit vielen Jahren im Radsport engagieren und sich demnach auskennen. Man kann Erfolg nicht immer fest einplanen, auch weil die Fahrer keine Roboter sind. Die Bilanz muss man letztendlich nach Ablauf der Saison ziehen, um dann eventuell einige Korrekturen vorzunehmen. Es hilft nicht zu jammern und sich hinter Vorwänden zu verstecken, wir müssen nun agieren.
In einem Monat beginnt die diesjährige Frankreich-Rundfahrt. Haben Sie ihre Tour-Truppe bereits im Kopf? Wer gehört dazu?
Bruyneel: Es fehlt uns an Resultaten und konkreten Anhaltspunkten, deshalb tappen wir etwas im Dunkeln. Erst nach dem Dauphiné Libéré und den schweren Bergetappen der Tour de Suisse werden wir weitersehen. Dann werden wir wissen, mit wem wir am 30. Juni in Liège (B) an den Start gehen werden. Bislang haben wir den Tour-Organisatoren eine vorläufige Liste von 15 Namen mitgeteilt, aus dieser Liste werden wir unsere neunköpfige Mannschaft bilden. Die 15 erwähnten Fahrer sind allesamt im Juni entweder in der Schweiz oder in Frankreich im Einsatz und müssen sich beweisen.
Gehen Sie mit einem oder mehreren Leadern an den Start?
Bruyneel: Andy Schleck wird unser Kapitän sein. Wegen seinen Resultaten aus der Vergangenheit ist er der natürliche Leader. Immerhin sind wir heute (gestern) hier in Mondorf, um seinen Tour-Sieg von 2010 zu feiern. Er ist der einzige Tour-Gewinner in unseren Reihen. Es ist allerdings unabdingbar, dass wir mit einer breiten Mannschaft antreten, da die Rundfahrt uns einiges abverlangen wird. Starke und kompromisslose Arbeiter sind gefragt.
Niederkorn
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1:2 |
Differdingen
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Käerjéng
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2:4 |
RM Hamm Benfica
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Canach
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0:2 |
Grevenmacher
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Fola
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4:2 |
Kayl-Tetingen
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Düdelingen
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4:3 |
Etzella
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RFCU Lëtzebuerg
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3:1 |
Petingen
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Wiltz
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1:2 |
Jeunesse
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