Lifestyle Veröffentlicht am 16.12.11 09:51

Blackberry-Hersteller befürchtet Absatzeinbruch

Geräte mit Betriebssystem Blackberry 10, frühestens in zweiter Jahreshälfte 2012 auf den Markt

Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab.
Foto: Mast Irham (dpa)

(dpa) - Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern. Der Hersteller Research in Motion (RIM) fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Schmartphones einbrechen werden.

Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der vor allem für ihren robusten E-Mail-Dienst bekannten Geräte abgesetzt worden. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab. Zudem ist der Tablet-Computer PlayBook bisher ein teurer Flop.

Symbolisches Manager-Gehalt von einem Dollar

Nach den Zahlen rückten die beiden Konzernchefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis mit noch mehr schlechten Nachrichten raus. Erste Geräte mit dem nächsten Betriebssystem Blackberry 10 - dem großen Hoffnungsträger von RIM - kommen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 auf den Markt, kündigten sie an in einer Telefonkonferenz an. Der Grund sei, dass die nötigen Chips erst Mitte des Jahres lieferbar sein würden.

Balsillie and Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Die Co-Chefs, deren Rücktritt von immer mehr unzufriedenen Investoren gefordert wird, arbeiten ab jetzt nur noch für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar.

Vom Publikumsliebling zum Ladenhüter

Die Verzögerung beim neuen System bedeutet, dass die Blackberrys noch länger mit der aktuellen Software arbeiten werden, die an Popularität verliert. Im dritten Geschäftsquartal, das im November endete, schrumpfte der Absatz im Jahresvergleich leicht auf 14,1 Millionen Geräte. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro). "Wir glauben aber weiterhin, dass RIM die richtige Mischung aus Stärken und Fähigkeiten besitzt, um auch weiterhin eine führende Rolle in der Mobilfunkbranche einzunehmen", erklärten die Firmenchefs.

Blackberrys waren wegen ihres speziellen E-Mail-Diensts früher die Lieblinge der Manager. Heute sind die Geräte vielfach eine günstigere Alternative für all jene, die sich kein iPhone oder Android-Smartphone leisten können oder wollen. Der Anteil der Einstiegsmodelle an den Gesamtverkäufen hatte stetig zugenommen. Grund für die Absatzprobleme war auch, dass RIM den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen lange verschlafen hatte.