International Veröffentlicht am 08.11.09 16:33

Berlin feiert Mauerfall vor 20 Jahren

Am Abend sollen farbige Dominosteinen den Fall der Mauer symbolisieren.
ap
In Berlin wird der Fall der Mauer vor 20 Jahren gefeiert.
dpa

(dpa) - 20 Jahre nach dem Fall der Mauer feiern Deutsche und Gäste aus aller Welt an diesem Montag in Berlin das Ende der jahrzehntelangen deutschen Teilung.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Staaten zu den Jubiläumsfeiern erwartet, nannte den 9. November 1989 den "glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte". Sie hob die Rolle der DDR-Bürgerrechtler und der Kirchen beim Ende der DDR hervor. Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte die Verdienste der Protestbewegungen in den östlichen Nachbarländern.

"Fest der Freiheit" ist Höhepunkt der Feierlichkeiten

Zehntausende Menschen aus der ganzen Welt strömten bereits am Wochenende an die einstige Trennlinie zwischen Ost und West. Am Montag werden hunderttausende Gäste erwartet. Etwa 3000 Journalisten aus aller Welt wollen berichten. Am 9. November erinnert Deutschland aber auch an die Pogromnacht von 1938 und die Verfolgung tausender jüdischer Bürger durch die Nationalsozialisten.

Merkel sagte in ihrer wöchentlichen Internet-Botschaft, die Bürgerrechtler hätten "durch ihr mutiges Eintreten für Freiheit und Demokratie ganz wesentlich dazu beigetragen..., dass die Maueröffnung möglich wurde". Sie hob auch die Rolle der Kirchen als "mutige Begleiter in der Phase der Montagsdemonstrationen und Friedensgebete" hervor. Am Montag will sie mit Vertretern dieser Gruppen und Zeitzeugen über die Brücke der Bornholmer Straße gehen, wo damals die DDR-Bürger zuerst in den Westteil Berlins drängten.

Umfrage: Jeder Achte will Wiederaufbau der Mauer

Höhepunkt des Mauerfall-Jubiläums ist am Montag ein Fest der Freiheit in Berlin. Staats- und Regierungschefs aller EU-Mitgliedsstaaten sowie US-Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew werden dazu in der Hauptstadt erwartet.

Nach einer Umfrage wünscht sich jeder Achte in Ost und West, dass die Mauer schnell wieder aufgebaut wird. Dafür sprachen sich 12 Prozent Teilnehmer einer repräsentativen Befragung im Auftrag der "Leipziger Volkszeitung" aus. Mit 79 Prozent waren sich dagegen die Allermeisten einig, dass der Mauerfall ein Glücksfall für alle Deutschen war. Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) finden nach dieser Umfrage, dass die Wiedervereinigung gut gelungen ist, darunter 55 Prozent im Osten und 69 Prozent im Westen.

Putin denkt mit Nostalgie an seine DDR-Zeit

Der russische Regierungschef Wladimir Putin, bis zum Mauerfall als KGB-Offizier in Dresden tätig, denkt nach eigenen Worten mit einer gewissen Nostalgie an seine Zeit in der DDR. Deutschland habe sich aber nach der Wiedervereinigung gut entwickelt, und die Beziehungen des Landes mit Russland stünden auf einer guten und neuen Basis, unterstrich der Ex-Kremlchef. "Insofern ist ein Gefühl der Nostalgie zweitrangig", sagte Putin in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem russischen Fernsehsender NTW.

Die deutsche Kanzlerin sprach sich mit Nachdruck gegen einen Schlussstrich unter die DDR-Geschichte aus. "Einen Schlussstrich ziehen zu wollen heißt, etwas verdrängen zu wollen", sagte sie der "Leipziger Volkszeitung". "Erstens funktioniert das nie, und zweitens bin ich der Überzeugung, dass wir die Erinnerung an das Geschehene wach halten müssen, um die Zukunft zu gestalten", sagte Merkel. "Das sind wir außerdem den vielen Opfern des SED-Regimes und auch kommenden Generationen schuldig."

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