Lëtzebuerg Veröffentlicht am 17.01.12 00:19

Bergwerksstollen als Lager für Abfall

400 000 Tonnen Materialien pro Jahr - Verantwortlicher Konzern traf sich mit besorgten Bürgern

Die Stollen des Werkes sollen jährlich 400 000 Tonnen Abfall aufnehmen.
Foto: Gerry Huberty

(mk) - Staub, Lärm, ein eingestürzter Stollen – schon des Öfteren standen die Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) in der deutschen Moselgemeinde Wellen in der Kritik. Von den negativen Auswirkungen ist auch das gegenüberliegende Grevenmacher betroffen.

Seit die österreichische Porr-Gruppe das unrentable Werk übernommen hat, sorgen sich die Anwohner über ein neues Projekt: Die Bergwerksstollen sollen als Lager für Abfall genutzt werden. Anlässlich eines Informationsabends standen die neuen Geschäftsführer am Montagabend in Wellen rund 140 interessierten Ortsansässigen und Bürgern der Nachbargemeinden Nittel, Temmels, Tawern und Grevenmacher Rede und Antwort. Dies meldet der Trierische Volksfreund in seiner Online-Ausgabe vom Dienstag.

Die Unternehmensvertreter hätten mitgeteilt, dass der Betrieb technisch optimiert werden soll, was die Staubemissionen reduzieren und das Erscheinungsbild der Gebäude verbessern würde. Da wegen einer zu großen Abbauhöhe ein Stollen im Oktober 2011 eingestürzt war und einen Krater mit den Ausmaßen eines halben Fußballfeldes im Gelände aufgerissen hatte, soll diese aus Sicherheitsgründen wieder reduziert werden.

Wellen soll keine Müllkippe werden

Was die zukünftigen Pläne angeht, Abfall in den Stollen einzulagern, so befürchten die Bürger, dass diese Materialien die Umwelt verschmutzen und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen könnten. Sie befürchten, dass Wellen zur Müllkippe wird.

Laut volksfreund.de hätten die Porr-Vetreter ihrerseits mitgeteilt, dass man vorsehe, am Standort Wellen 400 000 Tonnen Material pro Jahr zu deponieren. Nur durch dieses Projekt könne die Wirtschaftlichkeit und die Standfestigkeit der Stollen erhalten bleiben. Bei den dafür vorgesehenen Abfällen handele es sich um mineralische Materialien wie Bodenaushub, Kraftwerksflugasche, Schlacken oder Gießereisande. Diese würden allesamt die in Deutschland vorgeschriebenen Grenzwerte für Schadstoffe wie etwa Quecksilber unterschreiten.

Thomas Dreher des für die Genehmigung zuständigen Landesamtes für Geologie und Bergbau, betonte, dass zurzeit keine Fremdmaterialien eingelagert werden dürften. Zunächst müsse Porr einen Betriebsplan für den Abbau vorlegen. Erst nach dessen Genehmigung könne ein Sonderbetriebsplan die Abfallagerung regeln. Vorerst müsse aber ein hydrologisches Gutachten die Wasservorkommen im Berg klären.

Die Porr-Vertreter schlossen indessen einen runden Tisch zum Thema mit öffentlicher Beteiligung nicht aus.

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