Lëtzebuerg Veröffentlicht am 27.01.12 04:02

Benzin im Blut, Kunst im Kopf

Der Künstler Robert Brandy mag Autos mit einem gewissen Extra

"Das Sammeln von alten Autos dient auch der Konservierung, es ist ein Kulturgut, das ich erhalten möchte".
Foto: Serge Waldbilllig
Alte Autos gehören zu der großen Leidenschaft des Künstlers.
Foto: LW-Archiv

Interview von Marc Thill

Dieser Mann ist autovernarrt: Robert Brandy, Künstler und Autoliebhaber. Ihn hat wort.lu zu Beginn des Autofestivals befragt, was das Auto von früher mehr hat als das heutige.

In seinem Künstler-Atelier riecht es nach Öl: Ölfarben und Schmieröl- der Maler Robert Brandy mag alte Fahrzeuge und sammelt Oldtimer-Autos. Warum?

Die Freude an den alten Fahrzeugen zeigt, dass ich meine Kindheit noch nicht beendet habe. Ich sammle die Fahrzeuge, die auf den Straßen fuhren, als ich noch ein Kind war.

Das ist es ja wohl nicht alleine?

Ich bin der Meinung, man sollte nicht alles wegschmeißen. Das Sammeln von alten Autos dient auch der Konservierung, es ist ein Kulturgut, das ich erhalten möchte.

Was haben denn Autos von damals, was heutige Modelle nicht haben?

Ein Mittelklassewagen ist heute in den meisten Fällen ein bequemes, praktisches Fahrzeug für die Familie, es ist ein Gebrauchsgegenstand. Doch fehlt das gewisse Extra. Früher war das anders: Die Autos hatten Flair, eine Seele, sie waren besonders.

Was war Ihr erstes Fahrzeug, das Sie steuern durften?

Ein Ford Prefect (aus der englischen Produktionsabteilung der Marke Ford, Anm. der Red.), der aber schnell weg rostete. Als ich dann später mehr Geld mit meinen Bildern verdiente, kaufte ich mir eine Austin Healey und die Frogeye. Beide besitze ich noch heute.

Von welchen neuen Autos träumen Sie heute?

Von Aston Martin, Porsche und Wiesmann (ein Roadster, der in Handarbeit angefertigt wird, Anm. der Red.). Ich mag Autos mit einem individuellen Touch. Das Einmalige, das Besondere – das macht das Auto interessant! Das begann bei mir schon, als ich meinem ersten Wagen zwei Rallye-Streifen aufklebte und dachte, nun ginge er schneller (lacht). Wenn ich schaue, wie viel Geld junge Menschen in das Tuning ihrer Autos investieren, dann sage ich mir: die Autohersteller machen etwas falsch!

Autos werden bewundert, Autos stehen aber auch in der Kritik. Man denke nur an die Umwelt.

Klar, ein neues Auto ist sparsamer, aber es ist wohl doch kein riesiger Fortschritt, wenn man die Verbrauchszahlen von früher mit heute vergleicht. Bei einem alten Auto bleiben ja auch Rohstoffe erhalten, man schmeißt das Ding nicht weg. Das ist auch umweltschonend.

Auto und Kunst, daran kommt man bei Ihnen ja wohl nicht vorbei …

Ich habe in etwa 30 Bilder von Autos gemalt, das meistens im Winter, aus Frust, da ich bei schlechtem Wetter mit meinen Boliden nicht auf die Straße konnte (lacht).

Haben Sie auch schon mal Autos bemalt?

Es gab ein Projekt, man hatte es mir angeboten, wurde aber nie verwirklicht. Wenn ich aber jemals ein Auto bemalen sollte, dann geht es mir vor allem um das Kunstwerk. Ein Auto ist es dann wohl nicht mehr.

Es gibt ja nicht nur Auto. Interessieren Sie sich auch noch für anderes aus der mobilen Welt, etwa für Flugzeuge?

Ich bin von Kindesbeinen an von der Schnelligkeit fasziniert und habe auch Seifenkisten gebaut. Mich interessiert die Technik in Zusammenhang mit Schnelligkeit.

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