Sport Veröffentlicht am 08.01.12 19:32

Bausch triumphiert

Bausch und Helmig liefern sich ein packendes Duell / Schlechter verteidigt seinen Titel bei den Espoirs

Gusty Bausch freut sich über seinen Sieg.
Foto: Fabrizio Munisso

Von Liz Michels

Gusty Bausch heißt der neue Landesmeister. Der beim LC Kayl lizenzierte Fahrer, den man zu dem im Vorfeld designierten Favoritenkreis zählte, konnte sich lediglich in der Schlussphase des Rennens auf einer teils für Ihn zugeschnittenen Strecke gegen seinen ärgsten Gegner Christian Helmig (Elbowz Racing) behaupten und das begehrte rot-weiß-blaue Trikot überstreifen.

Schwieriger Start für Junker

Espoirfahrer Lex Reichling (VV Tooltime Préizerdaul) erwischte unter den 25 Teilnehmern den besten Start und konnte sich dicht gefolgt von Bausch, Pit Schlechter (Leopard Trek), Vincent Dias Dos Santos (LC Tetingen) und Helmig gleich an die Spitze setzen. Mitfavorit Jérôme Junker (LC Tetingen) kam hingegen weniger gut aus den Startlöchern. Reichling, der seit Beginn der laufenden Saison für kontinuierlich gute Leistungen sorgte, animierte über weite Strecken das Rennen. Der 19-Jährige schien mit den doch sehr schwierigen Bodenverhältnissen am besten zurecht zu kommen und hatte nach zwei absolvierten Runden einen Vorsprung von circa 20" auf die beiden Titelanwärter bei der Elite, Bausch und Helmig.

Bei fortwährendem Rennen kristallisierte sich dann aber nach und nach heraus, dass Reichling das von ihm hohe angeschlagene Tempo nicht halten konnte. Sein Vorsprung sollte zur Hälfte des Rennens aufgebraucht sein, als der in den USA lebende Helmig gemeinsam mit dem Neuling Massimo Morabito den Anschluss fand. Bausch, der vor heimischer Kulisse auf die Unterstützung seiner zahlreichen Fans zählen konnte, hatte lediglich einen Rückstand von 7" zur Spitze und konnte weiterhin auf den für ihn bereits fünften Titel hoffen.

Topfavorit Helmig, der sich zuletzt in Warken und Rümelingen hatte durchsetzen können, wagte kurz nach dem Zusammenschluss seine Chance. Er forcierte das Tempo und verfügte recht schnell über einen Vorsprung von 50 Metern auf die beiden U-23 Fahrer. Während Morabito weiter zurückfiel, gelang es Bausch auch aufgrund seiner ausgefeilten Technik das Loch zu dem bis dahin auf Platz zwei liegenden Reichling zu zufahren.

Die Bodenverhältnisse waren schwierig.
Foto: Fabrizio Munisso

Reichling nach Materialschaden nur auf Platz 10

Aufgehalten von einem Materialschaden in der Schlussphase war der Traum vom Titel in der Kategorie der Espoirs für Reichling geplatzt. Er sollte das Rennen auf dem für ihn doch enttäuschten zehnten Rang beenden.

Bausch hingegen bewältigte sowohl die kniffligen Passagen im Hang als auch die gefährlichen Abfahrten in souveräner Manier. Als letzterer Helmig in der vorletzten Runde erfolgreich stellte, war die Endphase der diesjährigen Landesmeisterschaften kaum noch an Spannung zu überbieten. Helmig setzte schließlich alles auf eine Karte und nahm die wohl meisten Risiken auf der technisch anspruchsvollen Strecke, ehe ihm ein schwerwiegendes Missgeschick unterlief. Gleich zwei Stürze zwangen den 30-jährigen Elbowz Racing Fahrer, Bausch ziehen zu lassen. Fortan sollte Bausch den Sieg nicht mehr aus den Händen geben. Er ergatterte somit nach einer wohl eher durchwachsenen Saison den Meistertitel.

Den letzten Podiumsplatz sicherte sich der stets beeindruckende Altmeister Pascal Triebel, der seine Runden souverän abspulte und zum Ende hin über die besten Kräftereserven verfügte.

„In den letzten Wochen habe ich mich intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet und auch einen möglichen Sieg visiert. Streckenbesichtigungen und verschiedene Tests mit dem Material standen auf der Tagesordnung. Ich war das gesamte Rennen über sehr konzentriert und habe festgestellt, dass Christian doch dabei war, an seine Reserven zu stoßen. Nach einigen Fehlern seinerseits habe ich unnötige Risiken vermieden,“ so ein sichtlich überwältigter Bausch.

Helmig: "Unaufmerksamkeit kostete den Sieg"

Helmig war auch mit der errungenen Silbermedaille durchaus zufrieden. „Natürlich hätte ich mich über einen Triumph gefreut, doch mein heutiger Gegner war kein unbeschriebenes Blatt. Ihm kam die Strecke entgegen und eine Unaufmerksamkeit hat mich den Sieg gekostet. Trotzdem, meine Leistungen auf luxemburgischem Terrain waren passabel. Ich würde mich nun über eine mögliche Teilnahme bei der Flèche du Sud freuen, doch mein Rennprogramm für die anstehende Straßensaison bleibt noch zu bestimmen.“

„Diese Strecke hat uns heute alles abverlangt. Ich hab versucht einen gleichmäßigen Rhythmus zu fahren, so war ich auch zum Ende hin noch nicht an meinem Limit.“, schilderte ein glücklicher Triebel.

Bei den Espoirs konnte sich der Vorjahressieger Schlechter erneut behaupten. Dias Dos Santos, dessen Saison bis dato sehr gut verlaufen war, hatte bei den Bedingungen vom Sonntag durchaus seine Mühe und konnte den Erfolg von Schlechter nicht gefährden. „Eigentlich galt meine Teilnahme heute Morgen noch nicht als sicher. Bei diesen Wetterverhältnissen wusste ich, dass das Rennen gefährlich sein würde und es zu Stürzen kommen würde. Man durfte sich heute keine Fehler leisten. Lex diktierte ein enorm hohes Tempo und ich habe wirklich gelitten. Durch die perfekte Zusammenarbeit mit Pascal ist es mir heute gelungen, die Konkurrenzen auf Distanz zu halten.“

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